Maihof - Partnertausch, Gruppensex, Pärchenclub, Swingerclub, Sexspiele, ...

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Auszug:

Schutz vor Ansteckung

Kein Zweifel: Wer ungeschützte Sexual-Kontakte hat, läuft Gefahr, sich anzustecken. Zwar stirbt man heute nicht mehr an Syphilis, Gonorhoe, Pilzen und sonstigen Krankheiten, die die moderne Medizin zu behandeln gelernt hat. Aber mehr als lästig sind sie doch. Wer ohnehin Kondome benutzt, hat damit wenig zu tun. Wer das ablehnt, sollte sich seine Partner genau ansehen - manche Krankheiten manifestieren sich auf der Haut. Man sollte auch an den intimen Stellen schnuppern, denn einige Krankheiten führen dazu, daß es "müffelt". Solche Vorsicht, peinliche Sauberkeit und eigene Hygiene können helfen, ausschließen kann man das Risiko so nicht, aber es immerhin sehr verringern.

Anders ist die Sache bei AIDS. Da es derzeit kein Heilmittel gibt, bleibt nur die Möglichkeit, sehr vorsichtig zu sein. Das kann darin bestehen, daß Kondome benutzt werden, daß Leute mit einem AIDS-Test nur mit anderen ungeschützt verkehren, die auch einen haben (nicht älter als 6 Monate) oder darin, daß zwar alles erlaubt ist, nur kein Scheiden-Verkehr, Anal-Verkehr sowieso nicht. Die Wissenschaft entwickelt sich zwar fort, aber nur sehr langsam. Bei Drucklegung dieser Broschüre gab es kein Heilmittel und auch keinen Impfstoff. Lediglich sehr teure Medikamente waren entwickelt, die ein längeres Überleben nach Ansteckung ermöglichten. Wir haben im Internet - www.maihof.de - ein Kapitel AIDS, das immer wieder auf den neuesten Stand gebracht wird.

Als etwa 1984 AIDS hysterieartig in das Volksbewußtsein drang, gab es Kassandras zu Hauf, die den Untergang des Abendlandes voraussagten. Danach müßten wir alle längst elend umgekommen sein. Wir leben noch und die Zahl der Aids-Toten ist in Deutschland fünfmal niedriger als die Zahl der Verkehrsopfer. Das zeigt, daß man bei vorsichtigem Verhalten der Seuche ausweichen kann. Übrigens ist kein einziger Fall bekannt geworden, daß sich irgend jemand in der ganzen Welt in einem Pärchenclub mit HIV angesteckt hätte.

Dagegen die Horror-Meldungen aus Afrika und anderen Teilen der 3. Welt. Vereinfacht ausgedrückt wird das HIV-Virus hauptsächlich durch das Ejakulat eines Kranken in den Analtrakt übertragen, wo es ohne Verletzung der Haut durch Rezeptoren in der Schleimhaut ohne Umweg direkt in die Blutbahn gelangt. Ähnlich leichte Übertragung auch über die Vagina ist nur möglich, wenn deren Schleimhaut verletzt ist. Bei unbehandelten klassischen Geschlechtskrankheiten ist diese Gefahr besonders groß. Untersuchungen, die im SPIEGEL veröffentlicht wurden, erklären die Ausbreitung in der 3. Welt so: Grassierende unbehandelte klassische Geschlechtskrankheiten bereiten AIDS den Weg, ebenso ist Analverkehr mit Frauen ein kostenloses Mittel zur Verhütung, wenn man sich weder Kondome noch die Pille leisten kann.

Vor einifger Zeit habe ich die folgenden Thesen aufgestellt und einen Facharzt - der ein enger Freund des Hauses ist - gebeten, dazu Untersuchungen einzuleiten:

1. Wie kann ein infizierter Mann eine Frau anstecken? (Das Ejakulat des infizierten Mannes enthält Viren.)

A. Vaginalverkehr. Bei intakter Schleimhaut der Vagina ist eine Ansteckung nicht möglich. Blutungen und Verletzungen der Schleimhaut ermöglichen das Eindringen in den Blutkreislauf.

B. Anal-Verkehr. Auch ohne Verletzungen oder Blutungen ist die Ansteckung leicht möglich, weil die Darm-Oberfläche Mioleküle besitzt, durch die ohne Umwege eine direkte Übertragung erfolgen kann.

C. Oral-Verkehr. Bei intakter Schleimhaut des Mundes ungefährlich.

Antwort: Die befragten Wissenschaftler wollten eine Übertragung durch Vagina und Mund deswegen nicht für unmöglich halten, weil es auch Klein-Verletzungen geben könne, die der Verletzte gar nicht merkt. Auch sei zwar nicht bewiesen, aber doch nicht auszuschließen, daß auch durch intakte Schleimhäute eine Übertragung möglich sei.

2. Wie kann eine infizierte Frau einen Mann anstecken? (In der Flüssigkeit in der Vagina können Viren enthalten sein).

A. Bei intakter Schleimhaut des Penis ist eine Ansteckung nicht möglich. Antwort wie oben.

Klar: Kein Wissenschaftler will sich aus dem Fenster hinauslehnen. Aber die öffentlich zugänglichen Statistiken sind deutlich: Homosexuelle Männer sind nach wie vor prädominant.

Immer wieder liest man - vor allem in der Regenbogenpresse - von einer Prostituierten, die mit „vielen Hundert“ Männern verkehrt hat, obwohl sie wußte, daß sie HIV-Positiv ist und auch keine Kondome benutzte. Da wird dann von der Möglichkeit fabuliert, hunderte Männer - viele Ehemänner - seien angesteckt worden, eine AIDS-Epidemie unmittelbar vor dem Ausbruch. Man versuche, die Männer zu erreichen - damit sie nicht wenigstens auch noch ihre Ehefrauen anstecken würden. Nur habe ich noch nicht eine einzige Meldung gelesen, in der als Folge dieser so schön formulierten Ängste nun mitgeteilt wurde, wieviele sich wirklich angesteckt hätten. Natürlich ließe sich kein Blatt diese Meldung entgehen, zwar würde man keine Namen nennen, aber doch eine Zahl, wenn es denn eine gäbe. Ich bezweifle - trotz der wissenschaftlichen Unken-Rufe - daß auch nur eine einzige Ansteckung so erfolgt ist. Sonst sähen die Statistiken ganz anders aus.

Ich möchte niemand zu leichtsinnigem Verhalten animieren. Immerhin haben wir bei Drucklegung dieses Buches fast 5 000 Tests machen lassen (für die Gäste kostenlos und anonym). Herausgekommen ist dabei 0. In Worten: Null. Kein einziger Gast wurde positiv getestet , bei einigen wenigen waren die Ergebnisse nicht eindeutig, weil Medikamente sie verfälscht hatten. Die Nachuntersuchungen verliefen dann alle negativ. Die Kosten dafür waren enorm. Gerade weil sie Ergebnisse so völlig negativ waren, haben wir in schweren Zeiten Vertrauen aufbauen können. Die führende Stellung des Maihof und seine Einschätzung als „seriös geleitet“ hat sicherlich eine Wurzel in diesen Tests. Unsere Warnungen vor Anal-Verkehr sind bei vielen Leuten unpolulär. Manche Gäste sagen, sie betrieben keinen Analverkehr, fänden es aber „spießig“, intolerant, ja anmaßend, daß im Maihof Kontakte von Frau zu Frau durchaus gerne gesehen werden, Homosexualität unrer Männern dagegen nicht. Wenn man zu Überzeugungen kommt, die solche Regeln auslösen, steckt ja oft eine Geschichte dahinter, die folgt.

 

Glosse: Ungewollter Maihof-Helfer: DER SPIEGEL

AIDS war schon bekannt, aber noch nicht in das Bewußtsein breiter Kreise eingedrungen. Einige Zeitungen und Zeitschriften hatten immer wieder Reporter vorbeigeschickt, so kam auch einer von DER SPIEGEL. Der schickte noch einen Fotografen hinterher und einen Brief, demnächst würde der Artikel im Spiegel erscheinen. Kam aber nichts. Dann rief mich jemand vom SPIEGEL an und fragte mich, ob ich denn ein verändertes Verhalten meiner Gäste durch AIDS feststellen könnte. Das habe ich verneint und wurde in 33/85 in der Titelgeschichte „Aids und Liebe“ zitiert: Die Leute seien so vergnügungsbereit wir immer.

Doch das änderte sich sehr schnell. Vor AIDS gab es natürlich - von Paar zu Paar verschieden - erhebliche Hemmungen, genauso wie jetzt immer noch. Aber, wenn man einmal die moralischen Skrupel über Bord geworfen hatte, ging es sehr frei zu, viel freier als gegenwärtig, weil es eben damals noch keine AIDS-Angst gab. So hatten wir Freunde, die wir schon kannten, zu unserer neu anzubietenden „Schwarzen Messe“ (niemals ernsthaft, ein Jux!) eingeladen. Es gab eine fröhliche und ungehemmte Runde mit der Folge, daß wir uns alle mit einem Tripper infiziert hatten. Damals war der Gebrauch von Kondomen völlig unüblich. Aber man kann sich vorstellen, daß es da ganz schön rund gegangen sein muß.

Schlagartig war dieser freie Umgang mit dem Sex zu Ende. Es kamen zwar immer noch Gäste, aber es „lief“ nichts mehr. Statt schwarzer Messe haben wir Kinderspielchen gemacht, wie „Rambo rettet Braut“, wo die Braut hinter einer Palme versteckt war und Rambo - einen Hunschrauber silmulierend - die Braut dem Piraten entriß. Und was besonders Gutes zu Essen haben wir angeboten, damit der Besuch bei uns sich auch ohne Sex noch lohnen würde. Das half etwas, aber nicht genug.

Als wir den Club in Bad Dürkheim anfingen, waren wir finanziell solide ausgestattet. Er lief auch gut, nur die Nachbarn rebellierten. Das ging so weit, daß Autos der Gäste verschmiert und beschädigt wurden und wir schließlich einen Wachmann einstellten, der die ganze Nacht um das Haus patroullierte. Es wurde Anzeige gegen uns wegen Ruhestörung erstattet. Grundlos, wie sich erwies - eine Zivilstreife konnte trotz ständiger Beobachtung nichts feststellen. Irgendwann mußten und wollten wir dort weg, suchten und fanden den Maihof, der allerdings ziemlich vergammelt war. Doch der Gäste-Besuch war gut, wir waren optimistisch, zogen in den Maihof und begannen, das eigentlich schöne, aber vernachlässigte Anwesen gründlich zu renovieren. Zum Glück immer nur aus eigenen Mitteln - Schulden wollten wir uns nicht aufhalsen.

Trotz aller Bemühungen ging der Besuch zurück. Ein Boulevard-Blatt schrieb: „AIDS durch Zungenkuss!“ Von demselben Blatt war kurz zuvor ein Reporter bei uns gewesen. Diesen rief ich an: „Wie können Sie sowas schreiben, Sie wissen doch, daß das nicht stimmt!“ „Antwort: „Ob stimmt oder nicht, die Frau hat das gesagt, also können wir es auch schreiben!“ So wurde damals in Panik gemacht und schnell waren auch die meisten noch mutigen Gäste verschreckt, das Auslegen von Kondomen und der Hinweis auf „Safer-Sex“ Praktiken half nicht weiter. Wir stellten also unsere Bauarbeiten ein, doch die langjährigen, geschulten Mitarbeiter wollten wir nicht entlassen - es konnte ja nur noch wieder besser werden. Und so kam eines Tages der Punkt, an dem wir wußten, wir würden aus unseren Mitteln möglicherweise die Löhne nicht mehr bezahlen können und die waren am Samstag fällig. Unser Angebot: Wenn weniger als 6 Gäste im Hause waren, war für alle Gäste der Eintritt frei. Es war nicht sicher, daß überhaupt Geld in der Kasse sein würde. Regina und ich haben also unsere Wertsachen zusammengesucht - untrer anderem eine wertvolle, sehr schöne goldene Uhr - und haben diese verhökert. Ganz so schlimm kam’s dann doch nicht, einiges Geld ging ein - aber dieser Vorfall zeigt unsere damalige Lage sehr deutlich. Und die verdankten wir AIDS.

Am Montag darauf las ich den SPIEGEL wie üblich. Titel-Geschichte über AIDS, damals waren alle Zeitungen voll von AIDS. Hier: „Angst vor der Lust“. Der Maihof war darin nicht nur erwähnt, sondern dem Treiben bei uns war eine gute halbe Seite gewidmet. Den Text findet man in diesem Büchlein unter „Zeitungen und Zeitschriften“. Erwähnt sind darin unsere Versuche, über einen AIDS-Test und andere Maßnahmen der Panik Herr zu werden.

Das half! Nie hätte ich gedacht, daß unter unseren Gästen so viele Spiegel-Leser sind, ständig wurden wir auf diesen Artikel hin angesprochen und das mit einer gewissen Hochachtung: Wenn selbst eine so angesehene Zeitung wie der SPIEGEL über Euch berichtet ....

So gesehen war der SPIEGEL ein ungewollter Maihof-Helfer. Die größte Aufregung verflachte nach und nach, die Gäste kamen wieder, in der Kasse fing es auch wieder an, zu klingeln - nur meine goldene Uhr, die war halt futsch.

DER SPIEGEL tat uns noch mehr Gutes. Wir kannten niemand dort, es gab keine persönlichen Bindungen irgendwelcher Art. Der Maihof war zu diesem Zeitpunkt durch zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitungen und Zeitschriften schon etwas bekannt, aber von einem Bericht im Fernsehen wagten wir nicht einmal zu träumen. Und es erschien ein Team von Spiegel-TV, blieb 2 Tage bei uns, sprach mit vielen Leuten, machte tolle Aufnahmen und veröffentlichte den Bericht. Noch 2 x später hatten wir die Ehre, daß Spiegel-TV über uns sehr ausführlich berichtet hat, näheres darüber unter „Fernseh-Berichte und Auftritte“

Liebe Leute vom SPIEGEL: Danke! Sie waren immer fair und korrekt, nicht unkritisch - schließlich sind Sie nicht gerade als Hofberichterstatter bekannt geworden. Sie haben uns mehr geholfen, als Sie vermuten können. Sie waren die ersten, die sich für Gruppensex und Partnertausch interessiert haben. Jedenfalls, was seriöse Publikationen anbetrifft Sie lösten damit einen gewissen Trend aus, der immer noch anhält. Andere ernsthafte Zeitungen folgten, ebenso haben praktisch alle deutschen und einige ausländische Fernseh-Stationen über den Maihof im Laufe der Zeit berichtet.

Mit Ausnahme der verkauften Uhr endet diese Geschichte positiv, aber das Gefühl, daß wir durch AIDS an einem üblen Desaster - oder genauer am völligen Ruin - vorbei geschrammt sind, sitzt noch immer tief. So schließt sich der Kreis, der unsere Haltung in Bezug auf unerwünschte Sex-Praktiken erklärt, wenn diese Praktiken die Gefahr einer Ansteckung mit AIDS begünstigen. .


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