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Auszug:
Was
für Spiele?
Alle
Spiele und Veranstaltungen sind auf das
Ziel gerichtet, Kontakte herzustellen. Das
geht vom wirklich harmlosen Kennenlernen
in lustiger Runde mit vielen
Zwischenstufen bis zu den Spielen, bei
denen Partnertausch als fast
selbstverständlich erwartet wird.
Damit man nicht in eine Situation
gerät, in der man sich eingeengt und
gezwungen fühlen könnte, werden
vor Beginn alle Veranstaltungen und Spiele
genau erklärt, der Ablauf und die
Erwartungen geschildert. Alle Spiele, vor
allem die, bei denen Partnertausch
impliziert ist, haben einen sogenannten
Notausgang, durch den man sich
einer ungewollten Situation entziehen
kann, ohne unangenehm auffallen zu
müssen.
Man
weiß also vorher, worauf man sich
einläßt. Niemand wird animiert
oder unter moralischen Druck gesetzt,
mitzumachen. An den meisten Spielen nimmt
ohnehin nur ein kleiner Teill der
Gäste teil. Dies auch schon deshalb,
weil dafür besondere Räume
gewählt werden, die gar nicht
groß genug wären, um alle
Gäste aufzunehmen. Diese Räume
sind bis zum Beginn des Spiels
geschlossen. Man kann also ausweichen,
ohne sich irgendwie als
Spielverderber zu fühlen.
Die nachfolgend geschilderten Spiele waren
zum Zeitpunkt der Drucklegung aktuell. Es
werden erfreulicherweise immer wieder neue
Anregungen an uns herangetragen, das
Programm ändert sich also
ständig.
Einige
der Spiele sind derzeit abgesetzt. Bitte
auf dem Programm nachsehen. Ein neu
eingeführtes Spiel nach Drucklegung
des Buches ist hier
eingefügt:
Die
Maihof-Stiere ( an Pfingsten
Pfingst-Stiere).
Es
werden freiwillige Herren gesucht. Denen
wird eine Nummer auf die Stirn gemalt. Die
Damen bekommen einen Stimmzettel und einen
Stift. Die Herren werden dem Publikum
vorgestellt, können auch gerne selbst
was sagen. Die Stimmen der Damen werden
ausgezählt und 4 Herren mit den
meisten Stimmen legen sich im schwarzen
Keller auf den Altar. Zuerst werden die
dazugehörigen Damen eingelassen, die
also gleich an den Altar gehen
können, danach das übrige
Publikum.
Das
Badegauditorium.
Besonders
für Anfänger empfohlen. Ein etwa
300 Jahre altes Säulengewölbe
benutzen wir als Badehaus. Die Bezeichnung
Römerbad hat sich
eingebürgert. In der Mitte, zwischen
den Sandstein-Säulen ist ein
Rundbecken aufgemauert mit einem
Durchmesser von ca 2 m. Ringsum
durchlaufend eine Sitzbank. Dieses Becken
ist normalerweise mit frischem kaltem
Wasser gefüllt, als Tauchbecken nach
der Sauna. Manchmal aber - und das wird im
Programm angekündigt - füllen
wir warmes Wasser in das Becken und
veranstalten das
Badegauditorium.
Von
oben hängt an einer Schnur ein
Kupferkessel gefüllt mit einem
Coktail, dessen Komponenten geraten werden
sollen. Badehosen sind hier verpönt,
wie übrigens auch im Sommer im
Außen-Schwimmbad. Wer etwas
Richtiges geraten hat, bekommt einen
Punkt, wer am Schluß die meisten
Richtigen hat, ist der Sieger - sehr oft
auch die Siegerin, denn Coktails sind ja
mehr etwas für Damen. Der Preis ist
eine Flasche mit gutem Inhalt - damit
nicht gemogelt werden kann, hängt das
Rezept in einem verschlossenen Umschlag an
der Flasche.
Kein
Gewinn ohne Risiko. Einmal ist keinmal,
aber beim zweiten Mal muss man
etwas tun, was die Runde oder wir
vorschlagen. Muss in
Anführungszeichen, wer etwas nicht
tun möchte, bekommt eine andere
Strafe, mit der er einverstanden ist.
Z.B.: Ein Teilnehmer steht mit verbundenen
Augen in der Mitte des Beckens und wird
gestreichelt, er soll raten, ob es von
einem Männlein oder einem Weiblein
berührt wurde.
Eine
Dame küsst der Reihe nach alle
Herren. Jeder Geküsste beurteilt den
Kuss als sauer oder
süß. Sie macht
solange weiter, bis einer den Kuss als
süß
empfindet.
Jemand
soll mit verbundenen Augen seinen eigenen
Partner erkennen, die Damen am Busen, die
Herren wo wohl? - an der Nase? Eine Dame
wird mit Sekt übergossen und zwar so,
daß die Haare trocken bleiben und
alle, die drum herum sitzen, ob
Männlein oder Weiblein, dürfen
den Sekt von ihrer nackten Haut
schlürfen.
Fällt
niemand etwas besseres ein, so läuft
ein Herr um das Beken, schlägt sich
auf die Brust und ruft: Ich bin der
Größte! (Nachdem ich das
wörtlich so vorgeschlagen hatte,
schrie ein Witzbold: Wolfgang ist
der Größte!)
Wer
auf diese Weise mit den anderen schon mal
gelacht hat, vielleicht ein Küsschen
getauscht oder die Haut des anderen
berührt hat, ist kein Fremder mehr -
wenn Sympathie vorhanden ist, kann die
erste Hemmschwelle als überwunden
gelten.
Spiele
am Kamin, am Pool.
Blindes
Vertrauen und etwas Wagemut wird verlangt
- man soll sich einen Umschlag geben
lassen, vorlesen, was drinsteht. Je
nachdem kann man etwas gewinnen - auf
jeden Fall mal Erfahrung und Kontakt -
oder man soll etwas tun. In einem Umschlag
ist ein Joker. Dieses Paar soll nach
Beratung einen Vorschlag machen, der den
Regeln des Hauses entspricht. Entspricht
er den Regeln nicht, was durch
Mehrheitsbeschluß festgestellt wird,
so muß das Paar zur Strafe strippen.
Entspricht der Vorschlag den Regeln, aber
weigert sich ein Paar dennoch,
mitzumachen, so muß dieses zur
Strafe strippen. Das kann je nach Laune
sehr lustig werden und sich fortsetzen.
Swinger-Schule.
Jedes
Paar, das das Haus betritt, wird auf die
Regeln hingewiesen und durch den Maihof
geführt. Dabei wird vieles
erklärt, aber natürlich
muß dies Verfahren relativ kurz
sein, speziell am Samstag, wenn es dauernd
an der Tür klingelt, auch das Telefon
nicht aufhört zu bimmeln und bei
vollem Haus vieles schief läuft,
wovon die Gäste möglichst gar
nichts merken sollen. Man kann also nicht
in alle Einzelheiten gehen.
So
haben wir schon vor langer Zeit die
damalige Liebesschule
eingeführt, bei denen ich der
Vortragende war. Eines Tages meldete sich
der Jörn bei uns, Sexologe und
Psychologe von Beruf, der mir verschiedene
Anregungen gab. Er hatte ganz
offensichtlich viel mehr Ahnung davon als
ich. Auch war das ganze schon in eine
gewisse Routine abgerutscht und zu meiner
Schande muß ich gestehen, daß
das Interesse merklich nachließ. So
habe ich Jörn gebeten, doch selbst
diese Schule durchzuführen. Das tat
er auch, mit sehr sehr großem
Erfolg, zusammen mit seiner
Lebensgefährtin. Ein Herzinfarkt
riß ihn von uns. Nicht wenige
Gäste sprechen heute noch lobend von
ihm.
Nach
einer Karenzzeit habe ich dann wieder
angefangen, nunmehr unter dem Titel
Swinger-Schule, die Tradition
fortzusetzen. Ich bemühe mich
natürlich, aber im Vortragen bin ich
nicht besonders gut. Deswegen hier die
Frage:
Ist
unter Euch lieben Lesern einer -
Psychologe oder nicht, der Lust hat,
zusammen mit seiner Partnerin die Swinger
zu schulen? (Nicht umsonst, was sowohl
materiell als auch immateriell gemeint
ist.)
Es
geht darum, die gröbsten Fehler
aufzuzeigen und bewußt zu machen,
auch ein wenig über Anatomie und die
dadurch bedingten Möglichkeiten zu
sprechen, die erogenen Zonen aufzuzeigen
usw. Wichtig ist es auch, auf
clubkonformes Verhalten hinzuweisen. Ein
Beispiel: Die sogenannte
Missionars-Stellung - in
Wirklichkeit eine Verballhornung von
en missio, die Story von den
Wilden und den Missionaren ist reine
Erfindung - ist sehr gruppensex-feindlich.
Warum? Fast alle erogenen Zonen sind
für Dritte unzugänglich, er
muß die Hände auf der Matte
halten, um zu pumpen - man kann als Akteur
niemand einbeziehen, und Dritte haben
keine Chance.
Das
Streichelspiel.
Ein
Spiel für Anfänger und
Fortgeschrittene. Die Paare, die sich zum
Mitmachen entschlossen haben, begeben sich
in einen grösseren Raum. Dort bilden
sie einen losen Kreis. Nun wird erwartet,
dass man nicht nur den eigenen Partner,
sondern auch die Nachbarn streichelt. Eine
allzu eifrige Streichhand wehrt man ab,
wie das sonst auch üblich ist. Wenn
man dabei höflich-bedauernd
lächelt, tut das dem Abgewiesenen
nicht so weh. Wie weit das geht,
entscheidet jeder für sich. Der Trick
bei der Sache ist natürlich, sich
gleich die richtigen Nachbarn auszusuchen.
Man kann ein wenig nachhelfen, indem man
einem netten Paar neben sich Platz
macht.
Das
orientalische
Liebesmahl.
Auch
dieses Spiel ist für Anfänger
und Fortgeschrittene gleichermaßen
geignet. Bis an die Schuhspitzen vermummt,
Schleier vor dem Gesicht - so
präsentieren sich in vielen Staaten
des Orients die Frauen. Von Emanzipation
und Freizügigkeit keine Rede,
vielfach ist die Entwicklung unter der
Regie der Mullahs sogar noch
rückläufig - zumindest aus
unserer Sicht. Am gesellschaftlichen Leben
nimmt die Frau nicht teil, nicht einmal in
Anwesenheit von Gästen am gemeinsamen
Mahl. Davon soll es eine Ausnahme geben.
Sei es nun nur ein Märchen aus dem
Morgenland - vielleicht das aus der
tausendundzweiten Nacht - sei es die
reine, unverfälschte Wahrheit: Kommt
ein besonders hoher Gast zu Besuch,
vielleicht ein Oberscheich, ein Emir oder
gar ein neuerweckter Schah, dann sind die
Frauen zwar immer noch nicht am Tisch
vertreten, wohl aber unter demselben. Und
die Tischdecken reichen bis zur Erde. Und
unter dem weißen, weiten Burnus hat
man nichts an. Die strenge Etikette im
Orient verlangt, daß man sein
Gesicht nicht verliert - will
sagen: Das Gesicht muß
ungerührt bleiben, die Unterhaltung
ohne Unterbrechung fortgesetzt, an dem
Hähnchen weiter eisern geknabbert
werden, kein Laut und keine Geste darf
verraten, daß dem hohen Gast unter
dem Tisch etwas Gutes
widerfährt.
Locker
im Maihof:
So
streng sind die Bräuche im Maihof
natürlich nicht. Übernommen von
der Vision aus dem Morgenlande haben wir
einen großen Tisch mit langen
Tischdecken, um den herum sitzen die
Männer. Durch einen verdeckten
Eingang können die Damen unter den
Tisch krabbeln. Die Damen, die mit ihrem
eigenen Partner zusammen sein wollen,
sollten tunlichst als erste unter den
Tisch eilen, damit sie nicht etwa eine
andere fortscheuchen müssen, die sich
den eigenen Mann schon ausgewählt
hat.
Sehr
hell ist es unter dem Tisch nicht, und es
kann durchaus passieren, daß man
vielleicht den falschen erwischt, oder
einen, von dem man feststellt, daß
man ihn nicht riechen mag,
oder es sich einfach anders überlegt.
Deswegen gibt es für diese Form der
Damenwahl einen Notausgang.
Nach einer gewissen Zeit ertönt eine
Glocke und es heißt: Noch 10
Sekunden. Die Dame, die also Pech
gehabt hat oder sonst nicht weitermachen
will, kann innerhalb dieser Zeit sich so
ungesehen durch den verdeckten Eingang
wieder davonstehlen, wie sie vorher
ungesehen hineingekrabbelt ist.
.
Nach
den 10 Sekunden allerdings hebt sich der
Tisch und gibt den Blick frei auf das, was
sich sozusagen als Fisch an der
Angel gefangen hat. Das kann man
vorher erahnen, aber nicht erfühlen,
denn den Herren ist es nicht gestattet,
die Hände unter den Tisch zu bringen.
Wer das tut, und womöglich gar die
Dame an den Haaren festhalten will, damit
sie nicht entfleucht, ist disqualifiziert
und muß ausscheiden. Ebenso ist den
Herren nicht gestattet, zu Sprechen, sonst
kann man zu leicht den Eigenen
an der Stimme erkennen - und kleine
Irrtümer sollten doch einprogrammiert
sein. Aber: Irrtümer verpflichten
keineswegs zum Weitermachen. Das
Weitermachen ist ganz einfach: Der Boden
unter dem Tisch ist listigerweise
weiß und weich ausgelegt.
Die
berühmte schwarze Messe. (Nicht
ernsthaft!)
Ein
Spiel für Fortgeschrittene. Auch
für Anfänger-Paare interessant,
wenn sich beide ganz einig sind.
Berühmt deswegen, weil sich daran
natürlich die Fantasie
entzündet. Kein Bericht - ob in
Zeitungen, Magazinen, Rundfunk oder
Fernsehen - über den Maihof
läßt die schwarze Messe aus.
Weswegen bei Mitteilungen an Medien, die
über den Maihof berichten wollen,
immer darauf hingewiesen wird, daß
es sich n i c h t um eine ernsthafte
schwarze Messe handelt, sondern vielmehr
um eine Persiflage, einen Jux
darauf.
Man
denkt an mittelalterliche
grauslig-schaurige Rituale, an Blut und
Tod. Dabei hatte die schwarze Messe
ursprünglich einen positiven Sinn,
bevor sie degenerierte und zum
Mummenschanz verfiel. Vielleicht gibt es
irgendwo tief fundierte Untersuchungen
über die schwarze Messe, in normalen
Bibliotheken findet man sie nicht. Aber
der Ursprung scheint darin zu liegen,
daß in sehr engen Gemeinschaften -
bei manchen Urvölkern heute noch -
die Entjungferung nicht dem unerfahrenen
künftigen Mann überlassen wurde.
Vielmehr übertrug man das dem
erfahrenen und sehr angesehenen, wenn
nicht gar besonders verehrten Medizinmann.
Das macht Sinn, wenn man sich von dem
verknautschten christlichen Ideal
freimacht, die Braut müsse
jungfräulich in die Ehe
gehen.
Ähnliches
gab es in unseren Gegenden vor gar nicht
mal so vielen Jahrhunderten, auf
französisch als Droit du
Seigneur (Recht des Herren)
bezeichnet. Das war das Recht des
Grundherren, meist eines Adeligen, auf die
erste Nacht mit allen seinen weiblichen
Untertanen. Und das zur Hochblüte des
christlichen Glaubens!
Die
schwarze Messe oder ihr Vorläufer war
eine feierliche Zeremonie in Anwesenheit
des ganzen Clans. Eine Jungfrau wurde vor
aller Augen in die körperliche Liebe
eingeführt. Logisch, daß dabei
Blut floß: Beweis für die
intakte Jungfräulichkeit. Die
Anschauungen änderten sich. Die
christliche Lehre ließ eine solche
Einführung in den Sex natürlich
nicht zu, weil allein die monogame Einehe
als moralisch galt. Also wurde daraus die
Anbetung des Teufels, solches Tun konnte
nur ihm geweiht sein.
Wie
aus Sinn Unsinn wurde.
Aus
der öffentlichen wurde eine heimliche
Veranstaltung, sie pervertierte ins
mystische, geheimnisvolle,
teuflische.
Und
weil es den Medizinmännern - bzw.
ihren Nachfolgern, den Teufelspriestern,
offenbar Spaß machte, vor
versammelter Mannschaft ihre sexuellen
Fähigkeiten zu demonstrieren - heute
würde man sie Exhibitionisten nennen
- mußte es schließlich mangels
Masse auch ohne Jungfräulichkeit
gehen. Anstelle des Menschenblutes wurde
ein Hahn geschlachtet und dessen Blut
verspritzt - symbolisch. Aus einem Brauch,
der ursprünglich eine immerhin
diskutable Bedeutung hatte, wurde eine
leere Formel, ein mystisch-wabeliges
Geschehen ohne eigentlichen Inhalt,
außer dem, dem Medizinmann zu seinem
Spaß zu verhelfen, seine Macht
über andere zu demonstrieren und
andererseits auch den Voyeuren zu ihrer
Befriedigung zu verhelfen. Dies zur
vermutlichen Geschichte.
Im
Maihof ganz anders:
Wenig
hat die schwarze Messe im Maihof mit
diesen Dingen aus alten Zeiten gemeinsam.
Aber immerhin: Den mystischen oder besser
romantisch-mystischen Rahmen. Da gibt es
ein 300 Jahre altes Gewölbe ganz in
schwarz, flackernde Kerzen,
überdimensional rot auf schwarzem
Grund das Teufelchen GRUSEX
(Abkürzung für Gruppensex), ein
Altar, über dem Donner rollt und
Blitze zucken. Starke Musik alter und
neuer Meister, Orgelklänge, nackte
Gestalten mit Kapuzen über den
Köpfen, durch die Augenschlitze
funkeln heiße Augen. Vor der alten,
knarrenden Tür zum Keller-Tempel
Flammen.
Grusex
wird im Chor angerufen, er möge
erscheinen und der schwarzen Messe seinen
schwarzen Segen geben. 3 Jungfrauen werden
gesucht - allerdings im Maihof
äußerst rare Artikel. So
dürfen es denn 3 junge Frauen sein,
bereit, sich GRUSEX zu opfern. Finden sich
keine Freiwilligen, so macht ein Apfel die
Runde mit langen und 3 kurzen
Streichhölzern - richtig, wer den
Kürzeren zieht - so sind sie nun da,
die 3 jungen Frauen, werden mit
Ambrosia gesalbt, mit frischen
Blüten bestreut, mit bestem
Parfüm GRUSEX geweiht, Grusex,
dem
einzig
l i e b l i c h e n
Bastard-Sohn
von Mephisto, dem Verlocker des Faustus,
Bastard-Enkel von Luzifer, dem
Höllensohn, Urenkel der magischen
Kräfte von Wasser, Feuer, Erde. Jeder
weiß ja, daß es nur ein
Spaß ist, aber wenn die Gestalten
mit den Kapuzen sich die Hände
reichen zum magischen Zirkel, wenn sie im
Chor versprechen zu schweigen über
alles, was geschieht - dann mag dem einen
oder anderen doch ein kleiner Schauer den
Rücken herunterrieseln.
Und
dann bewegt sich der Zirkel der
Männer um den Altar, dem Meister
folgend mit einer Verbeugung vor den
Opfern, mit Küssen und
zärtlichem Streicheln auf die
Hände, die Arme und so weiter, und so
w e i t e r , bis schließlich die
Atmosphäre sich aufheizt, der Atem
schwer wird ... Zu diesem Zeitpunkt werden
auch die übrigen Frauen, die in
Greifweite rings um den Altar gesessen
haben und das Geschehen verfolgten,
gebeten, teilzunehmen und es entwickelt
sich das, was man sich in seinen
Träumen unter Gruppensex
vorstellt.
Dies
ist auch der Zeitpunkt, an dem mutige
Anfänger zu beweisen haben, daß
sie mit ihrer Partnerin einig sind. Merkt
nämlich der aufmerksame
Er, daß sich
Ihr auf dem Altar jemand
nähert, den sie gar nicht mag, so ist
es seine Ritterpflicht, alle die anderen
aufreizenden und aufgereizten Schönen
zu ignorieren und sich nur Ihr
zu widmen. Das sollte zwar nicht die Regel
sein, verstößt aber auch nicht
dagegen. Alle unsere Spiele haben diese
Möglichkeit, sich einer unangenehmen
Situation zu entziehen, ich nenne das den
Not-Ausgang: Der kann betreten
werden, ohne das Spiel zu schmeißen,
ganz unauffällig, ohne sich vor den
anderen zu blamieren.
Ganz
im Rahmen des Maihof auch bei der
schwarzen Messe kein
Hau-Ruck-Sex, sondern
Zärtlichkeit ist die Parole. Und
Standfestigkeit ist erwünscht. Denn
die schwarze Messe beginnt um 23.00 Uhr
und endet um 01.00 Uhr - dem Ende der
Geisterstunde.
Nur
hat sie noch nie so lange gedauert. Es
fand sich noch kein Mann, der über 2
Stunden standfest gewesen wäre. Sind
Sie vielleicht der erste, geneigter
Leser?
Der
Sündenpfuhl
Ein
zweites Spiel, das sich an
Tauschwillige Paare wendet.
Aber tauschwillig ist
selbstverständlich nicht mit
tauschpflichtig
gleichzusetzen. Es gibt im Maihof nie
Pflichten dieser Art. Aber wer von vorne
herein entschlossen ist, den Partner nicht
zu tauschen, sollte sich an diesem Spiel
nicht beteiligen, um sich und anderen
Enttäuschungen zu ersparen. Als
Sündenpfuhl hat ein
Pfarrer aus der Nachbarschaft den Maihof
verketzert (siehe auch
Hochwürden und die
Maihof-Schweine). Der Ausdruck, als
Beschimpfung gemeint, gefällt uns so
gut, daß wir dieses Spiel danach
benannt haben. Und so funktioniert es:
Für
einen sehr großen Tisch werden 3
Paare gesucht, die sich darauf legen.
Melden sich keine Freiwilligen, so wird
gelost. Alle anderen gehen um den Tisch
herum und streicheln. Der Notausgang hier:
Streichelt jemand, der dem Paar unangenehm
ist, so drehen die beiden sich zueinander
- selbst der gröbste Romeo wird das
als Zeichen verstehen, daß er nicht
wilkommen ist.
Bei
allen Spielen - so auch hier - ist die
Tür immer von Innen offen, niemand
ist jemals eingesperrt. Aber herein kann
man nicht mehr, wenn das Spiel angefangen
hat. Das würde stören. Nach
einiger Zeit wird die Tür aber auch
von außen geöffnet, sodaß
später auch andere Gäste dazu
kommen können.
Die
Paradiesbar
Dies
ist eigentlich gar kein Spiel. Wir bieten
allen Gästen, die das mögen, ein
Gläschen Sekt an - gerne kann man
sich noch eins nachholen. Die Gäste
stehen oder sitzen oder liegen zwanglos
herum, bilden kleine Gruppen, die sich -
hoffentlich - näherkommen. Es gibt
keine besondere Animation, aber einen
kleinen Scherz. Da meist sehr viele
Gäste teilnehmen, hat man
Gelegenheit, Gäste zu sehen, die man
vorher vielleicht gar nicht wargenommen
hat. Nach einiger Zeit wird das Licht
gedimmt. Hierbei bleibt die Tür immer
offen, es können also laufend
Gäste dazukommen. Manchmal kommt die
Frage: Und was nun? Nun- es
kommt das, was man selbst organisiert.
Der
Hexenkessel
Dies
ist ein Raum, der ringsum eine Art
Verschlag hat, der an offene Flammen
erinnert. Mehrere Hexen sind als Figuren
und Puppen aufgehängt. Über dem
Hexenkessel steht ein Schild in 3
Sprachen: Eintritt für Männer
nur auf Einladung. Die Damen werden zuerst
in den Kessel eingelassen, die Herren
warten draußen. Unter Nebel, Blitz
und Donner düfen sich die Herren
nähern, aber in den Kessel hinein
nur, wenn eine Dame dazu einlädt. Das
kann der eigene Mann sein oder auch ein
Anderer, die Hexe kann sich auch 2
Männer anlocken. Was den Herren dann
passiert, wird nicht weiter berichtet.
Die
Katakomben
Hinter
dem schwarzen Keller sind die Katakomben
zugänglich. Ein weißer
Sensenmann erinnert an den Tod:
MEMENTO MORI. Gegenüber
eine Gruppe schöner Menschen in
Marmor, die daran erinnern sollen, den Tag
zu genießen CARPE
DIEM:
Tische,
auf denen Opfer festgeschnallt
werden können,
Hängevorrichtungen an den
Wänden, ein Andreas-Kreuz, ein
Sklaven-Joch, einSklaven-Stuhl - ganz
weiche Schmuse-Peitschen gepaart mit
Leder-Knuten - alles in schwarz, die
Decken mit Antik-Spiegeln ausgelegt.
Riesen-Spinnen in Spinnweben. Schwarze
Raben hocken auf Stangen. Fledermäuse
klammern sich an die Decke. Alle
Igredienzien für
Sado-Maso-Aktivitäten - bei uns aber
nicht ernsthaft betrieben. Nur spielerisch
als eine Abwechslung, ein anderes Dekor.
Glosse:
Die devote Zofe
Es
gibt ziemlich viel Publizität
über Sadismus und Masochismus. Und
dementsprechend viel Interesse von
Gästen, die sich informieren wollen.
So sah ich vor einiger Zeit eine sehr
attraktive, gertenschlanke junge Frau im
Haus, die ein Lederhalsband trug. Nach Art
eines Hundehalsbandes, mit einer Öse
dran, zum Einklinken einer Kette. Fragte
ich sie im Rahmen eines Gesprächs:
Ist das nur eine Dekoration oder
verbirgt sich mehr dahinter? Es war
keine Dekoration. Nun hatte ich mehrfach
versucht, auf Anzeigen ala Domina
züchtigt eine Akteurin
dafür zu gewinnen, im Club eine
Vorstellung zu geben. Aber die Damen
hatten kein Interesse oder irre
Vorstellungen in Bezug auf
Honorar.
Ihr
Freund kam dazu und ich wollte mehr
wissen. Die beiden sind sehr ernsthaft in
der Sado-Maso-Scene engagiert, betreiben
das als reines Hobby und sind
natürlich an weiteren Mitspielern
interessiert. Mitspieler gibt es genug,
aber oft nur gegen Kasse. Die beiden boten
mir an, einmal für ein
ausgewähltes Publikum eine
Vorstellung zu geben. Wunderbar! So
geschah es. Zunächst haben wir mal
festgelegt, was für Einrichtungen
noch fehlten, es wurden Ösen in die
Decke gedübelt, durch Entfernung des
Tisches im schwarzen Keller eine
Fläche zur Vorführung
geschafffen. Und eine Vorführung im
wörtlichen Sinne war es.
Wir
hatten nur Gäste speziell eingeladen,
die wir kannten und von denen wir erwarten
konnten, daß sie zumindest keine
törichten Bemerkungen machen
würden. Alle hatten Interesse an der
Teilnahme bekundet.
Das
Paar kam in unseren Kreis hereinspaziert -
beide nackt, sie auf allen Vieren an der
Kette wie ein Hund. Als erstes befahl er
ihr, den Anwesenden die Füße zu
küssen. Sie war gehorsam. Dann hing
sie an Ketten an der Decke. Er verband die
Piercing-Ringe an ihren Brüsten und
ihren Schamlippen mit Gewichten, alles zog
sich lang, die ersten Zuschauer traten
einen Schritt zurück. Sie war
gehorsam und das muß doch ordentlich
wehgetan haben. Nun kauerte sie auf allen
Vieren vor ihm, den Rücken leicht
gewölbt. Er holte mit seiner Peitsche
aus und schlug richtig zu. Danke,
Meister, sagte sie gehorsam. Das
wiederholte sich mehrfach. Alle Zuschauer
waren nun aus dem Kreis
zurückgegangen, die meisten sahen
sich und mich fragend an - wielange
würde ich das noch zulassen? Aber es
gab keinen Eindruck von Quälerei,
offensichtlich machten die Beiden das
öfter. Der Rücken zeigte rote
Striemen, an Stellen gab es ein wenig
Blut. Da erlöste er sie von allen
Fesseln, warf sie auf den Bock und nahm
sie. Sie schrie ganz laut - vor
Entzücken. Später trug die junge
Frau ihre Striemen wie eine Auszeichnung
durchs Haus.
Wir
waren alle etwas betreten. So drastisch
hatten wir uns das nicht vorgestellt.
Fazit: Harte Sado-Maso Scenen gibt es im
Maihof nicht. Und vorführen wollen
wir das auch nicht nochmal - bei keinem
der Gäste gab es positive Reaktionen
im Sinne von anregend oder
lustvoll.
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