Maihof - Partnertausch, Gruppensex, Pärchenclub, Swingerclub, Sexspiele, ...

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Maihof - Teufelchen, Sündenpfuhl, Liebesschaukel, ...

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Auszug:

Kleine Geschichten um den Maihof

Unknown - Unbekannt.

E S W A R E I N M A L ein besonders liebes Pärchen, das sah so schön aus wie im Märchen. Aber es war kein Märchen, es gab das Paar wirklich. Die Dame groß, wohlproportioniert mit freundlich-strahlendem Gesicht, einem Riesenhaarschopf, der war blond. Das war umso bemerkenswerter, als es sich um eine Negerin mit ziemlich dunkler Haut handelte. Und er, ein Hühne groß und stolz, so stellte ich mit die Massai vor, als diese noch natürlich lebten. Auch er ein Neger und fast schwarz. Beide sehr gebildete Leute, mit denen man sich über Gott und die Welt unterhalten konnte, keine von den Scheingebildeten, die hier und da einen Brocken aufschnappen und ihn mehr oder weniger unverdaut weitergeben, ohne Gefühl für die eigentlichen Zusammenhänge.

Sehr lieb waren sie. Und natürlich. Und sie fühlten sich bei uns wohl. Sie sagten es auch: „Dies ist das erste Mal in unserem Leben, in dem wir uns nicht nur gleichberechtigt fühlen, sondern auch als Gleichberechtigte behandelt werden. Keiner rückt von uns weg, weil unsere Haut schwarz ist und die seine weiß, keiner schaut auf uns herab. Alle sind freundlich und natürlich zu uns. Wir haben nicht etwa das Gefühl, daß die Leute sich bemühen, freundlich und höflich zu sein, sondern sie sind es einfach. So wohl haben wir uns bisher nur unter Freunden unserer eigenen Hautfarbe gefühlt. Wir wünschten, mehr Schwarze würden das erleben, mancher Haß und manches Vorurteil würden verschinden.“

Henry war Offizier in der amerikanischen Armee. Nun gab es im Umkreis von 50 Km um den Maihof seinerzeit sicherlich viele tausend Amerikaner, die früher mal unsere Besatzer waren, dann unsere Verbündeten, und die jetzt mehr und mehr in die USA zurückkehren. Da das „Swingen „ oder „Swappen“ in den USA sehr, sehr verbreitet ist, sollte man annehmen, daß aus diesem Kreis viele Gäste zu uns kamen. Mitnichten. Wir hatten schon immer mehr amerikanische Gäste, die zum obligatorischen Europa-Trip direkt aus Übersee zu uns kamen, als solche, die hier stationiert waren.

In Bezug auf „offizielle“ Moral ist Amerika ein Land von ziemlichen Heuchlern. Natürlich tun viele vieles „Unmoralisches“, aber das darf um Himmels willen keiner wissen. Schon gar nicht in dem geschlossenen Kreis - fast ein (offenes) Ghetto - der hier stationiert gewesenen Offiziere. Keine Extravaganzen, die die Karriere hindern könnten. Man konnte mit ihnen auch schlecht in Kontakt kommen. Die einzige Armee-Zeitung nahm Anzeigen nicht an. So sind Regina und ich mit unserem großen schwarzen Hund in der Ami-Siedlung spazierengegangen und haben dabei an alle Windschutzscheiben Zettel mit unserer Werbung geklemmt und die Briefkästen auch gleich mitbedient.

Unsere mehrfachen Nachteinsätze brachten uns nur ein einziges Paar - nämlich Henry und Mary, vielleicht waren sie uns auch deswegen so besonders sympathisch. Halt - noch eine Reaktion gab es. Der Provost-Marshal (sowas wie ein Militär-Sherif) rief mich an und legte mir dringend nahe, keine Zettel mehr zu verteilen, sonst würden wir verhaftet. Mitsamt dem Hund.

Mary versorgte nicht nur ihren Haushalt, sondern verdiente noch ein kleines Zubrot damit, daß sie tagsüber Kinder in Pflege nahm und sie beaufsichtigte. „Amerikanische Kinder?“ „Oh, nein. Es sind auch einige Kinder von deutschen Eltern darunter.“ „Sprechen die englisch, denn Du kannst doch kein Deutsch?“ „Nein, nein, die deutschen Kinden sprechen kein Englisch.“ „Aber wie verständigt Ihr Euch dann?“ „Ganz einfach. Wenn so ein neues Kind zu mir kommt, dann nehme ich es in meine Arme, drücke es an meine Brust und sage: I love you, baby. Das ist alles. Und wir verstehen uns glänzend.“ So eine Frau war die Mary.

War, sage ich. Und ich hoffe doch sehr, daß sie und Henry noch sind. Irgendwo. Und vielleicht sich auch an uns erinnern.

Henry trank gern einen guten Weißherbst, der bei uns an der Weinstraße in vorzüglicher Qualität angeboten wird und einem französischen Rosé in nichts nachsteht. Er hatte uns zu seinem Geburtstag eingeladen, aber da konnten wir nicht, denn es war ein Party-Abend. So sind wir denn am nächsten freien Tag nachmittags hingepilgert, mit einem Körbchen Weißherbst am Arm, um ihm nachträglich alles Gute zu wünschen. Sein Auto kannten wir schon und es stand vor der Tür.

Wir klingelten - nichts. Kein Geräusch, kein Kinderlärm - die beiden hatten auch einen eigenen süßen Lockenbuben mit großen Kulleraugen, sah aus wie der Sarotti-Mohr. Niemand da, aber das Auto stand unten. Wir fragten bei den Nachbarn nach.

Henry - wohl ein Spezialist in irgend was - mußte von einer Stunde zur anderen mitsamt Frau und Kind in die USA zurück - irgendwo brannte es und er sollte das Feuer löschen. Alle persönlichen Dinge und das Auto blieben stehen und liegen, die US-Army würde sich darum kümmern.

Zwei wochen später kam ein langer, schöner Brief von Mary und Henry, in dem sie die plötzliche Abreise erklärten und baten, doch brieflich in Kontakt zu bleiben. Irgendwann würden sie ja vielleicht auch wieder mal nach Germany kommen.

Wie es so geht, kam ich nicht gleich dazu, den Brief zu beantworten. Vielleicht 2 Wochen lang lag er auf meinem Schreibtisch - ich wollte nicht nur 3 Zeilen schreiben. Dann schrieb ich meinerseits einen schönen, langen Brief und lud die beiden ein, doch unsere Gäste zu sein, wann immer sie in Europa wären.

Und der Brief kam zurück. “Unknown” - Empfänger unbekannt. Alle Versuche, die neue Anschrift herauszubekommen, sind gescheitert. Unbekannt. Unknown. So schade. So schade. Es gibt so wenig echte Freunde. So schade.

F R E U N D E : Wem es einmal in seinem Leben so richtig drekig gegangen ist, der weiß, daß in einer echten Not manche “Freunde” sich zu verdünnisieren pflegen. Und siehe da - mit dem Erfolg werden die “Freunde” wieder sehr, sehr zahlreich. Das klingt ein wenig bitter, dabei bin ich doch eigentlich der geborene Optimist. Nun, der Dichter preist schon jeden selig, der e i n e n Freund gewonnen hat. So gesehen sind Regina und ich selig, denn viele unserer Gäste sind private Freunde geworden, ohne Anführungszeichen und auch geblieben, als es uns schlecht ging.

 

Der S P A R S A M E Schwabe und die Super LIVE - SHOW:

Erzählte ein Gast an der Maihof-Bar die folgende Geschichte:

“Im Sternchenzimmer sahen wir ein Paar, das uns reizte. Gut sahen die beiden aus und wir hatten den Eindruck, dass sie auch uns nicht ohne Wohlgefallen bemerkt hatten. Wir pirschten uns also heran, wie das im Maihof so üblich ist, und legten uns daneben. So ganz zufällig ließ ich dann eine Hand auf den Rücken meiner schönen Nachbarin wandern und war überrascht, als eine eindeutige Abwehrbewegung mir klar machte: Wir waren unerwünscht. Nun passiert das immer wieder mal und kann 2 Gründe haben: Die Leute mögen uns - oder einen von uns - nicht - oder die Leute lehnen grundsätzlich jeden Kontakt mit anderen Paaren ab. Meistens erfährt man`s ja nicht.

In diesem Falle erfuhren wir es doch. Wir beobachteten das Paar noch eine Weile und stellten fest, dass es auch andere Paare ablehnte. Rein zufällig saßen wir später zusammen an der Bar und ich suchte ein Gespräch: “Ihr habt uns hoffentlich den kleinen Kontakt-Versuch nicht übel genommen - aber ihr habt einen so sympatischen Eindruck auf uns gemacht, dass wir es einfach mal versucht haben.”

“Kein Problem, aber wir tauschen nicht.” Nach einigen Gläschen ergab sich dann: Das junge, sehr attraktive Paar stammt aus Schwaben und macht zweimal jährlich einen Wochenend-Ausflug in den Pfälzer Wald. Mit Fahrrädern. Und den verbinden sie immer mit einem Besuch im Maihof.

Ob das nicht ziemlich teuer sei? “Eigentlich nicht. Wenn ich die Übernachtung rechne und das Essen mit Kaffee und Kuchen am Nachmittag, Suppe, Vorspeise, großem Büffet - schliesslich noch die Sauna mit Handtüchern, so kostet das Ganze für uns beide knapp DM 20.- mehr als sonstwo. Aber - wo gibt es für DM 20.- eine solche Super-Live-Show?”

In der Tat ist der Maihof nicht billig, aber sehr preiswert. Vergleicht man unsere Leistung mit den Preisen in einem guten Restaurant, rechnet noch einen Sauna-Besuch hinzu, so kommt man leicht auf mehr als den Eintritt bei uns.

Die Öffnungszeiten sind einmalig: schon ab 14.00, bis 04.00 Uhr. Das sind 14 Stunden Vergnügungszeit.

Das eigentliche Vergnügen im Maihof ist kostenlos.

 

Das scheue, junge Paar.

Aller Anfang ist schwer, besonders mit einem Club für Paare. Es dauert viele Jahre, bis so ein Club bekannt ist. Und es erfordert eine immer gleichmässige Qualität an Sauberkeit und Service-Leistung. Und ein immer frisches, gleich gutes und appetitliches Buffet, von dem persönlichen Verhalten der Gastgeber einmal abgesehen. Viele - z.T. auch frühere Gäste - haben versucht, einen echten Pärchen-Club zu gründen. Von mindestens 20 solcher Versuche in den letzten 20 Jahren im Umkreis von 100 Kilometern haben sich ganze 2 halten können.

Es muß Vertrauen da sein, und das über eine lange Zeit, bis man einen so großen Kreis angezogen hat, daß das Haus nicht nur an den Spitzentagen sondern immer gut besucht ist. Da hat es jeder “normale” Gastwirt einfacher: Bietet er ein wohlschmeckendes Essen zu einem vernünftigen Preis an, stimmt auch noch der Service, so wird jeder Gast das Lokal Freunden, Verwandten, Kollegen empfehlen. Auf diese Weise kommt der Wirt durch Empfehlung zu Gästen.

Nicht so ein Treff für Paare. Wer wird schon seinen Verwandten und Kollegen sagen, daß er in einem “solchen Haus” war? Das Tratschen würde kein Ende nehmen. Allenfalls sagt man es dem einen oder anderen Freund und manchmal stößt man selbst da auf völliges Unverständnis.

So gibt es also in den ersten Jahren Abende mit nur wenigen Paaren. Am Anfang - als das häufiger vorkam - haben wir immer den besten Wein aus dem Keller geholt, etwas Besonderes zum Essen angeboten und außerdem noch als Trostpreis nicht eine, sondern gleich 2 Freikarten pro Paar ausgegeben. Das hat zwar wenigstens unseren guten Willen bewiesen - aber deswegen kamen die Gäste ja nicht, vielmehr wollten Sie etwas erleben.

An dem Abend, von dem hier die Rede ist - jetzt fast 20 Jahre zurück- waren 6 Paare anwesend, darunter 4 “Neue”. Auch die 2 Paare, die das Haus schon kannten, gehörten nicht gerade zu der Sorte, die von sich aus sehr aktiv ist. Man saß also an der Bar und erzählte und erzählte, aber Anstalten, “nach oben” zu gehen, machte keiner.

Unter “nach oben gehen” versteht man bei uns, daß man sich seiner Hüllen - auch der aufgetüncht zivilisatorischen - entledigt und eine Etage höher geht, wo auf den Böden weiche, weiß bezogene Polster liegen, gedämpftes Licht und leise Musik für die richtige Atmosphäre sorgen. Und wo man sein Vergnügen sucht - zärtlich, lieb und nett (meist erfolgreich) oder stürmisch und fordernd (geht fast immer schief).

In Porno-Büchern, deren Schreiber mangels Erfahrung auf die eigene Phantasie angewiesen sind, gibt es in einer solchen Situation Party-Spiele. Da werden die Damen auf verschiedene Räume verteilt und die Männer erhalten wahllos die Schlüssel, da werden Lose gezogen oder Flaschen gedreht und ähnlicher Unsinn beschrieben, um eine Orgie aufzuziehen. Das mag in einem Bordell funktionieren, wo die Mädchen bezahlt werden und sich ihren Partner nicht aussuchen können - in einer Gesellschaft freier Menschen klappt das nicht. Wir haben so etwas auch nie versucht: Man würde ja jemand unter Druck setzen, mit einem anderen intim zu sein, den man vielleicht überhaupt nicht mag. Unsere Gäste - ganz überwiegend gebildete, jedenfalls zivilisierte Menschen - würden das empört ablehnen oder zähneknischend gute Miene zum bösen Spiel machen und sich vornehmen: Da gehe ich nie wieder hin. So also geht es bei uns nicht.

Wir machten das, was in einem früheren Kapitel dieses Heftes als “Spiele am Kamin” beschrieben ist. Jedes Paar zog einen verdeckten Umschlag, in dem irgend etwas stand, z.B.: “Der Herr macht seine Heldenbrust frei, schlägt auf dieselbe und ruft laut und vernehmlich: Ich bin der Größte!” Finden sich 3 Damen, die ihn küssen, so kann ihm diese Übung erlassen werden. Seine eigene Dame lächelt fein.”

5 der Paare waren so zwischen 30 und 40, kultiviert, freundlich und aufgeschlossen. Das 6. Paar war sehr knusperig-jung, nett und freundlich, aber sehr scheu. Dieses Paar hatte uns vorher schon zweimal besucht, fand aber nie den Mut, mit anderen Paaren in näheren Kontakt zu treten. Und ausgerechnet dieses scheue, junge Paar zog den Umschlag mit dem Joker: “Das Paar zieht sich zur Beratung zurück und äussert dann einen Wunsch. Die übrigen Gäste stimmen ab, ob der Wunsch erfüllbar ist oder nicht. Ist er nicht erfüllbar, so muß das Paar zur Strafe strippen. Ist er erfüllbar und weigern sich jemand, ihn zu erfüllen, so muß dieser zur Strafe strippen.”

Die beiden setzten sich in eine Ecke und begannen zu wispern. Das junge Mädchen bekam einen ganz roten Kopf. Aber tapfer kam es ein wenig stotternd aus dem jungen Mann heraus: “Wir möchten mit Regina und Wolfgang “nach oben” gehen.”

Wir nahmen das als ein ganz, ganz großes Kompliment. Nun ist zwar Regina sehr attraktiv, sehr gut gebaut, viel jünger als ich, knackig und ... und ... und (ich habe sie sehr lieb), aber - um die bittere Wahrheit zu bekennen - ein Adonis bin i c h nicht. Meine Stirn geht bis zum Hinterkopf, die wenigen verbliebenen Haare sind (in Ehren?) erweißt und gegen mein Bäuchlein (leicht geschmeichelt) kämpfe ich vergebens. Da ist es natürlich gut - sehr guuut - für das Selbstgefühl, daß man sich plötzlich von einem blutjungen, ganz besonders netten und knusperigen jungen Mädchen begehrt sieht, dessen Vater man leicht sein könnte. Selbst wenn vielleicht der eher verständliche Wunsch des jungen Mannes dominierend war und ich sozusagen nur “mitgenommen” wurde, egal, wie: ein großartiges Angebot. Nur eines - und das ist die Tragik an dieser verpaßten Gelegenheit - mit dem wir an diesem Abend nichts anfangen konnten. Während sich andere Frauen ihre Party-Tage aussuchen können, ist Regina immer da. Auch an den sogenannten “kritischen” Tagen. Und dies war einer!

Nun war es an Regina und mir, rot anzulaufen. Peinlich, peinlich. Zum Glück waren die übrigen Gäste - wie oben schon erwähnt- sehr kultiviert. Als sie merkten, dass etwas nicht stimmte, nahm ein besonders kluger und empfindsamer Mann seine Frau an die Hand: “Komm, Liebling, wir gehen schon mal vor.” Die anderen folgten den Beiden, bis auf das scheue, junge Paar. Die Spannung löste sich in Lachen auf, als Regina dem jungen Mädchen etwas ins Ohr flüsterte.

Wir haben noch ein gutes Gläschen zusammen getrunken. Aber leider, leider - das scheue, junge Paar kam nie wieder.

Diese Geschichte habe ich auch in den Vorläufern dieses Büchleins gebracht. Wir wurden von Gästen öfter darauf angesprochen. “Eine feine Art, anzudeuten, daß Ihr nicht mitmacht” - war noch ein milder Kommentar. So aber war das überhaupt nicht gemeint. Stammgäste wissen natürlich, daß wir an manchen Veranstaltungen immer und auch sonst manchmal mitmachen. Aber immer zurückhaltend. Der erste Kontaktversuch von uns kommt nur, wenn wir uns durch das Verhalten eines anderen Paares dazu ermutigt fühlen. In den allermeisten Clubs machen die Inhaber sowieso nicht mit. Von einem anderen wird kolportiert, dort sei man “unten durch”, wenn man nicht mit d e m Inhaber im Bett gewesen sei. Dazu gehört der Maihof nicht. Wir machen mit - oder auch nicht. Wie jeder andere Gast auch. Manchmal möchten wir gerne dabei sein, aber unsere Pflichten als Gastgeber (Jemand vom Personal krank, eine Toilette läuft nicht ab, 2 Waschmaschinen streiken und ähnliches, was der Gast nicht merken soll) hindern uns daran, denn diese betrieblichen Anforderungen gehen selbstverständlich vor.

 

Der Fast-Frührentner.

Ein junger, gutaussehender Junggeselle, aus guter Familie, wohlerzogen und auch noch sehr, sehr reich! Der Wunschpartner vieler unverheirateter Frauen. Ein guter, gern gesehener Gast im Maihof, zusammen mit immer der gleichen Freundin. Ich will ihn Josef nennen, denn wie jener in der Bibel war er beinahe verloren.

Josef hatte die ideale Partnerin. Ebenfalls jung, gute Figur, unternehmens- und lebelustig. Es gab nur wenige Paare, die dem gezielten Ansturm dieser beiden attraktiven Leute widerstehen wollten. Nun muß man wissen, daß vor AIDS die Scene in solchen Clubs äußerst locker war. Auch damals gab es Paare, die nur unter sich bleiben wollten, aber sie bildeten eine winzige Minderheit. Bei den anderen, die sich einmal entschlossen hatten, die Partner zu tauschen, ging dies sehr unkompliziert. Natürlich mußte damals wie heute Sympathie dabei sein, aber Hemmungen gab es eigentlich wenige.

So waren also Josef und seine Freundin im Maihof dafür bekannt, daß sie tauschfreudig und auch noch sehr gut im Bett waren. Ich kann nicht schätzen, mit wie vielen sie gut im Bett waren, aber Wenige waren es nicht.

Und dann kam AIDS. Als die Schlagzeilen sich überschlugen “AIDS durch Zungenkuß” und ähnliche sehr üble Scherze - ging im Maihof nicht nur der Besucherstrom sehr zurück, die Gäste änderten auch ihr Verhalten sehr. Es wurde nicht mehr “wild” getauscht, sondern nur noch mit großer Zurückhaltung, wenn überhaupt. (In den Presse-Berichten in diesem Heft kann man das in den Zitaten aus dem SPIEGEL zutreffend nachlesen.) Und alle, alle hatten Angst.

Am meisten unser Josef. Für ihn war klar: Wenn man schon durch einen Zungenkuß AIDS bekommen konnte, wieviel größer war da die Warscheinlichkeit für ihn, der sich hemmungslos ausgetobt hatte? Für ihn, der zusammen mit seiner Freundin kein Paar ausließ, daß halbwegs anziehend aussah? Und an manchen Abenden im Maihof nicht mit einer, sondern mit einer Vielzahl von Frauen intim war? Es konnte keinen Zweifel geben: Ihn hatte die Seuche mit Sicherheit erwischt, bei seinem losen Lebenswandel nach allem, was man so hörte, eine Selbstverständlichkeit.

Dies ist keine Roman-Fantasie sondern wirklich so geschehen! Es würden ihm also nur noch wenige Jahre bleiben, vielleicht nur Monate. Und die wollte er auf keinen Fall unter den mitleidigen oder auch schadenfrohen Blicken seiner Freunde, Nachbarn, Bekannten verleben. Also übertrug er sein gesamtes Vermögen seinem Anwalt mit der Weisung, es zu Geld zu machen. Also zählte er seine flüssigen Mittel, ließ sich von seiner Bank auf sein Vermögen noch ein Darlehen bereitstellen und suchte eine einsame Insel weit weg im Pacifik, wo ihn keiner kennen würde, wo er seine letzten Tage mit seiner Freundin zu verbringen gedachte.

Er fragte seinen Arzt nicht, denn das war ein guter Bekannter, offenbarte sich weder seinem Anwalt und schon gar nicht seiner Bank.

In dieser verzweifelten Stimmung bekam er eines Tages wieder Post vom Maihof, in den er nun auch nicht mehr ging. Eigentlich wollte er das Rundschreiben gar nicht lesen, da fiel ihm auf, daß in diesem Rundschreiben von AIDS die Rede war. Wir boten an, bei uns im Haus kostenlose und anonyme AIDS-Tests durchzuführen. Das brachte ihn auf eine Idee. Zwar wollte er sich nicht bei uns testen lassen - die Gefahr des Bekanntwerdens trotz Zusicherung der Anonymität schien ihm zu groß. Auch in seiner Umgebung traute er niemand Verschwiegenheit zu. Er mietete sich also mitsamt Freundin ein einer deutschen Großstadt in einem Hotel ein, ließ in einem privaten Labor unter einer Nummer die Tests machen und bibberte 2 Tage lang dem Ergebnis entgegen.

“Es war wie ein zweiter Geburtstag”, sagte er mir, “als ich erfuhr, daß wir beide negativ waren.”

Er machte alles wieder rückgängig, behielt sein Vermögen und ist heute noch oft Gast im Maihof. Immer noch attraktiv und tauschfreudig, aber nur noch mit “safer Sex”. Der Schock saß zu tief.

 

S A F E R S E X : Auf dem Höhepunkt der AIDS-Krise bekam jeder Gast einen Fragebogen in die Hand gedrückt mit der Bitte, diesen auszufüllen - nur Kreuze, ganz anonym - und in unseren Briefkasten zu werfen. 173 Frauen und 156 Männer = 329 Personen kamen dieser Bitte nach. Das Ergebnis: 97 % der Gäste hatten ihr Sex-Verhalten geändert.

74,3 % betrieben nur noch “safer sex”, indem sie zwar an Gruppensex teilnahmen, den Partner aber nicht tauschten; die Partner tauschten, aber immer Kondome benutzten; mit AIDS-Test nur mit solchen Paaren verkehrten, die ebenfalls einen hatten, teilweise noch zusätzlich mit Kondomen.

22.7 % tauschten zwar die Partner, aber sehr vorsichtig: Sie hatten selbst einen AIDS-Test oder verkehrten nur mit solchen, die einen hatten, benützten überwiegend Kondome, waren sehr vorsichtig in der Auswahl der Partner.

Nur 3 % hatten weder einen AIDS-Test, noch benutzten sie Kondome, noch waren sie vorsichtig in der Auswahl der Partner, nur fanden Sie fast keine mehr.

Die Hysterie ist abgeklungen, nachdem sich alle Katastrophen-Prognosen für jeden sichtbar als Unsinn entpuppten. Aber die Gefahr ist geblieben, man kennt sie und kann sich davor schützen. Immer noch bieten wir anonyme, kostenlose AIDS-Tests an, immer noch erhalten alle Gäste, die einen Test haben, ein weißes Schlüsselband. Rief neulich ein Gast vor seinem Erstbesuch an: “Hat man denn ohne weißes Band bei Euch überhaupt eine Chance?” Meine Antwort: “Nur etwa 10 % der Gäste haben derzeit überhaupt ein weißes Band. Viele Gäste benutzen Kondome oder treiben Sex nur bis zu dem gewissen Punkt, der eine Ansteckung ausschließt.”

 

Clubbesuch auf Stottern.

Dies ist eine Geschichte, die Klaus in seinen eigenen Worten erzählt hat. Ich habe sie nur aufgeschrieben.

“An jedem Sonntag fand ich in der Sonntagszeitung die gleiche Anzeige von einem Pärchen-Club. Da ich in Bezug auf Sex sehr neugierig bin, kaufte ich mir ein Sex-Magazin und siehe da - dort fand ich die gleiche Anzeige und eine Beschreibung des Clubs noch dazu. Daraus ergab sich, daß der Club nur ca 20 Km von meinem Wohnort entfernt ist. Nun fasste ich Mut und rief einmal an.

Dabei hatte ich ein großer Problem: Meine Freundin Marianne zu fragen, habe ich mich gar nicht erst getraut. Also fragte ich an, ob man auch als einzelner Herr kommen könnte, bzw. ob man mir eine Partnerin vermitteln würde. Beides wurde strikt abgelehnt. So mußte ich eine Strategie entwickeln, um sie in den Club zu lotsen.

Am Telefon erfuhr ich die Adresse und die Party-Tage. Ich fuhr hin und sah mir das Haus an. In der Nähe war ein Restaurant. Marianne wunderte sich nach einiger Zeit, warum ich sie an jedem Wochenende zum Essen ausführte, und zwar immer in dieses Restaurant. Auf der Hin- und Rückfahrt machte ich immer einen kleinen Umweg um den Club herum. Irgendwas konnte da nicht stimmen. Marianne wollte wissen: was?

Ich habe ihr gebeichtet, daß in dem bestimmten, schönen, großen weißen Haus die Rhein Party zu Hause ist. (Damals noch in Bad Dürkheim). Und sie aufgeklärt, um was es ging. Antwort: Große Empörung, “kommt überhaupt nicht in Frage, Du Lustmolch!” In dieser Sache war dann 4 Wochen Funkstille, nur zum Essen durfte ich sie nach wie vor in das Restaurant neben der Rhein Party führen.

Aber aus dem Kopf war das Thema natürlich nicht, es spukte nicht nur bei mir, sondern jetzt auch bei ihr unterschwellig weiter. Und eines Tages lag es dann wieder auf dem Tisch. Hauptproblem: Angst vor dem Unbekannten. Sie wollte nicht Freiwild für jeden sein. Nun war ich inzwischen den Clubinhabern Wolfgang und Regina mit mindestens einem halben Dutzend Anrufen auf den Wecker gefallen und hatte dieses Thema längst abgeklärt. “Bei der Rhein Party muss nichts - nicht einmal ausziehen muss man sich - aber es kann vieles, Schönes, sein,” hatte man mir versichert. Was Marianne natürlich nicht glaubte.

Jetzt wollte sie selbst anrufen. Die Nummer hatte ich immer parat. Nach dem Anruf sprach sie nur einen Satz: “Wir fahren hin!” Aber ich war noch lange nicht am Ziel meiner Wünsche. Es wurde eine Fahrt auf Stottern. Am Haus angelangt, verließ Marianne der Mut. Heim. Stundenlange Diskussion im Auto - ausgerechnet am Friedhof. Neuer Termin war der nächste Freitag. Diesmal kamen wir bis zum Eingang. Wieder heim. Dritter Anlauf bis zur Klingel. Wieder nichts. Der Mut hat mich verlassen.

“Clubeinführung für Anfänger” stand kurz danach in der Anzeige der Rhein-Party. Das war das Stichwort. Diesmal schafften wir es. Marianne hatte Magenkrämpfe und Schweißausbrüche. Sie war blaß, auf alles gefaßt und ein Gesicht aus Stein. So kamen wir ins Haus.

Was uns versprochen war, stimmte alles. Behagliche Atmosphäre, sehr schönes Buffet, alles sehr wohnlich und sauber. Zuvorkommende Gastgeber, nette Gäste. Wir tauten langsam auf. Es war auch schwierig, bei der wohligen Wärme des offenen Kamins und dem Charme der Gastgeber kühl zu bleiben. Auch das Verhalten der anderen Gäste - taktvoll und eher zurückhaltend - gab uns Sicherheit. Und dann kam der Hammer.

Einem Gast hatte es Marianne besonders angetan. Dieser hielt sich für unwiderstehlich, sozusagen für Adonis, Casanova und James Dean. Zu aufdringlich. Viel dummes Gebabbel, wir fühlten uns in eine Ecke gedrängt. Da bekamen wir unerwartete Schützenhilfe. Höflich aber deutlich wurde er von Wolfgang und Regina zur Schnecke gemacht. Der wurde so klein, daß er sich wie Rumpelstilzchen vorkommen musste. Diese Reaktion unserer Gastgeber gab uns Vertrauen. Nun wagten wir auch, die schönen Einrichtungen des Hauses zu benutzen.

Wie wir zu solchen Partys stehen? Wir sind häufig wiedergekommen. Wir haben unsere Augen und Ohren offen gehalten. Jeder sucht die Bestätigung seines Selbst. Er will wissen, daß er auch für andere attraktiv ist. Der übliche Seitensprung führt früher oder später zum Vertrauensbruch. Und das eigene schlechte Gewissen bringt lähmende Kälte ins Doppelbett.

Der Alltagstrott nagt an jeder Liebe, wie Rost an der Karosserie. Plötzlich erkennt man, daß der Selbstversatändlich gewordene Partner von anderen heiß begehrt wird. So blüht das eigene Begehren wieder auf. Es ist vielleicht nicht untypisch, was mir ein anderer Gast im Club einmal gesagt hat: “Bei der Rhein Party ist es sehr schön. Und wir haben viel Spaß dabei. Aber am allerschönsten ist es danach zu Hause. Die Erinnerung regt die Fantasie an und heizt uns wieder auf. “

Soweit der Klaus. Bei dem aufdringlichen Typ nützte keine Ermahnung. Er erhielt später Hausverbot.

R H E I N - P A R T Y : Wie kam es zu dieser Bezeichnung und warum verwenden wir sie heute nicht mehr? Ursprünglich sollte ein Schiff den Rhein rauf und runter fahren, auf diesem sollten die Partys stattfinden. Bis das Schiff umgebaut war, fanden Partys zunächst im Limburgerhof am Rhein statt. Dabei erwies sich, daß dies auf einem Schiff nicht ökonomisch durchführbar sein würde. Der Name wurde in dem neuen Haus in Bad Dürkheim beibehalten, da er bereits gut eingeführt war. Es gab ständig Nachahmer, die mit Varianten dieses Namens hausieren gingen. Z. B. “Rhein-Main-Party” und ähnliches, was natürlich auf Verwechslung angelegt war. Nach dem Umzug in den Maihof haben wir dann die Bezeichnung “Rhein - Party” mehr und mehr abgelegt und das Wort “Maihof” in den Vordergrund geschoben, vor allem, um solche gewollten Verwechslungen auszuschließen.

 

Schadenfreude.

Das Problem von Klaus (Clubbesuch auf Stottern), seine Freundin zum Mitgehen zu bewegen, ist keineswegs nur das seine. Viele Männer haben Schwierigkeiten, ihre Freundin, Lebensgefährtin oder Ehefrau dazu zu bringen, einen Club-Besuch zu wagen.

Manche machen sich das sehr leicht. Oberster Grundsatz aller Clubs ist: Nichts muss, vieles kann ... Daraus schließen Sie: Ich darf, sie muss nicht. Also kann ich irgend ein Mädchen mitnehmen, dem ich wahrheitsgemäß versprechen kann, daß es nichts mitmachen muss. Einige wenige Kavaliere gingen sogar so weit, ihrem Mädchen überhaupt nichts zu sagen, höchstens, daß man zu guten Freunden zu einer Party ginge. Denen sind dann die Augen aus dem Kopf gefallen, als nach einiger Zeit die Leute mehr oder weniger nackt ungeniert im Haus herumliefen. Das gab manchmal unangenehme Scenen, denn nicht jede erstarrte in stummem Protest, manche machten Krach. Mit Recht, aber angenehm ist das nicht.

So haben wir denn eingeführt, daß jedes neue Paar zunächst einmal unsere Hausordnung lesen muss. Damit sind Irrtümer dieser Art ausgeschlossen, auch ist den Mädchen, denen vorher versprochen war, sie müssten nichts mitmachen, nun klar, daß das selbstverständlich stimmt, nur das Kalkül des Mannes geht nicht auf: Von ihm erwarten wir ebenfalls Zurückhaltung im Kontakt mit Anderen, sonst läuft er Gefahr, hinausgeworfen zu werden.

Rainer wollte seine Frau Tina schon immer dazu bringen, in den Maihof zu gehen. Aber sie wollte nicht. Sie habe kein Verlangen nach Sex mit Anderen, sei mit ihm glücklich, habe Angst, in eine Zwangssituation zu geraten. Nun ist Rainer kein sehr feinfühliger Mensch, ein Chauvi, würde man heute sagen, aber jedenfalls einer, der seinen Kopf durchzusetzen weiß. So erklärte er seiner Frau kurz und bündig: “Ich will wissen, was das ist. Hingehen werde ich auf jeden Fall - entweder mit Dir oder einer anderen.” Tina kannte ihren Rainer und hielt es für klüger, sich zu fügen.

Beim ersten Besuch gab sich Rainer kontaktfreudig und freundlich, blieb bei Tina, die erstarrt daneben saß und Abwehr ausstrahlte. Zum ersten Mal an diesem Abend hat sie erst gelächelt, als sich beide verabschiedeten. Beim zweiten Besuch ging es schon etwas besser. Als gutaussehender Mann hatte Rainer bald Chancen, Tina natürlich auch, doch wehrte sie alle Annäherungen freundlich aber bestimmt ab. Und sie litt, das sah man. Dies war so ein Fall, bei dem man überlegen muss, ein Hausverbot auszusprechen, denn Rainer war immer wieder mal für eine Weile “verschwunden”.

Beim dritten oder vierten Besuch ging die Sonne auf. Rainer war irgendwo “oben”, Tina saß an der Bar und unterhielt sich mit Regina. Ich stand daneben und konnte alles gut verfolgen. Ein Mann war an die Bar gekommen, er offensichtlich der “Traummann” für Tina. So toll sah er für meine Begriffe eigentlich gar nicht aus - aber was verstehen wir Männer schon von Frauen-Gefühlen? Jedenfalls: Ihr vorher gelangweilt-neutrales Gesicht strahlte plötzlich Wärme und Interesse aus, ihre Körperhaltung veränderte sich unbewusst auf leicht provokative Weise, die Hände wurden beim Erzählen lebhaft, kurum, sie war wie eine stille, verschlafene Landschaft, die im Sonnenschein zu Leben und Farbe erwacht.

Und der Mann, der eigentlich nur etwas zum Trinken holen wollte - seine Begleiterin war “oben” - hatte eine sehr gute Antenne, spürte die ihm entgegenschlagende Sympathie und gesellte sich dazu. Fing ein Gespräch an. Regina und ich kamen uns sehr schnell überflüssig vor und verzogen uns - in einem Treff für Paare gibt es für die Inhaber immer etwas zu tun. Die beiden verschwanden “nach oben” und wurden für einige Zeit nicht mehr gesehen. Nur Rainer tauchte kurz danach wieder auf - “oben” war wohl nichts. Und er trank einen Cognac, als ihm klar wurde, daß Tina diesmal eben nicht brav an der Bar sitzengeblieben war. Es wurden noch zwei oder drei Cognacs mehr.

Sein Gesicht wurde immer sauerer und er rutschte auf dem Barhoker hin und her. Tina hatte uns angedeutet, aus welchem Grund sie gekommen war. Und selbst der Frömmste wird nicht leugnen können: Schadenfreude ist eine schöne, wenn auch nicht gerade die schönste Freude. Äusserst befreiend. Uns tat das richtig gut. Und das muss ich zu Rainers Ehrenrettung sagen: Macho oder nicht, es gab kein böses Wort, keine böse Frage, er gab sich allergrößte Mühe, unbefangen und freundlich zu sein, als Tina wieder auftauchte.

Sie kommen seit Jahren immer wieder. Vielleicht ist es jetzt sie, die den Anstoß gibt?

 

W o i s t d i e G r e n z e ? Ein sehr erfolgreicher Unternehmer, der später einen ebenso erfolgreichen Pärchenclub gründete, war der Meinung, daß man so ein Unternehmen im Wege des Franchising - so ähnlich wie Mc Donalds - an Subunternehmer abgeben kann, immer nach dem gleichen Schema. Er ist damit gescheitert, denn er hat nicht bedacht, daß so ein Club nicht von der Einrichtung, dem Dekor und den Regeln eines Hauses lebt, sondern ganz ausschließlich von den Menschen, die das Haus führen. Da sind dann die Grenzen ganz schnell ganz nahe.

Am obigen Beispiel: Eigentlich hatte Rainer ja schon gegen die Hausregel verstoßen, denn wenn die Partnerin nicht mitmacht, wird von ihm ebenfalls Zurückhaltung erwartet. Aber hier kommt jetzt das menschliche Element dazu, das Fingerspitzengefühl, nach dem man entscheidet, ob die Regel nur nach dem Wortlaut, oder schon nach dem Sinn verletzt ist. Niemand ist unfehlbar. Aber die Trefferquote sollte schon weit über 50 % liegen, wenn man in einem solchen Haus oder sonstwo erfolgreich sein will.

 

Der Mann, der immer kann.

Wer für so ein Büchlein Geld ausgibt, erwartet sachliche Information, aber sicherlich auch mal eine Geschichte, die so nicht im “Readers Digest” stehen würde. Dies ist so eine, bei der Regina und ich nicht gerade mit einem Heiligenschein gekrönt sind,- aber warum auch nicht? “So ein Haus” führt man ja schließlich nicht, wenn man ein Moral-Apostel ist.

Da gab es und gibt es immer noch -leider zu selten- ein Paar im Club, das aus besonderen Gründen ungeheuer anziehend wirkt. Grete sieht gut aus, hat keine Launen, macht vieles mit, wenn auch nicht alles. Dieses Paar ist aber hauptsächlich anziehend seinetwegen. Heinrich will ich ihn nennen. Obwohl er kein Schönling ist, kein eigentlicher Frauenheld, aber die Natur hat ihn ganz besonders begünstigt.

Richtig. An der Stelle. Mit einem Apparat, der seinesgleichen sucht. Schon im eingefahrenen Zustand -unter der kalten Dusche- ist er eine Wucht, wie ihn wenige selbst bei voller Erektion aufweisen können.

Nun gibt es ja viele kluge Gelehrte, die den Frauen weismachen wollen, daß es auf die Länge und den Umfang überhaupt nicht ankommt, sondern allein auf die gute Technik. Wers glaubt, soll damit selig bleiben. Die meisten glauben es nicht. “Ich kann mit kleinen Männlein nichts anfangen”, kann man weiter vorne in diesem Büchlein lesen, “unter 20 cm läuft bei mir nichts.” So denken vermutlich viele, ob zu Recht oder nicht. Auf alle Fälle ist ein solches außergewöhnliches Instrument für die meisten Frauen ein Anziehungspunkt oder besser eine Anziehungslänge.

Und Frauen sind ja in Bezug auf Sex außerordentlich neugierig, wie Männer übrigens auch. Da wird natürlich gewispert und getuschelt. Und wenn dann auch noch davon die Rede ist, dass “dieser Mann immer kann”, dann potenziert sich die Neugierde, nicht nur bei den Frauen. Und das war der zweite Teil der Gerüchte.

Diskretion ist unser Motto. Auch in dieser Geschichte sind die Grundfakten so verändert, daß selbst die Betroffenen Mühe haben dürften, sich wiederzuerkennen. Aber auf Wahrheit beruht sie. Wir kriegen viel erzählt, obwohl man von uns praktisch nie was erfährt. Über Gäste sprechen wir nie, was uns nicht daran hindert, sehr genau hinzuhören, wenn über Gäste gesprochen wird. Und so erfuhren wir die Geschichte von dem “Mann, der immer kann”. Wir haben es so eingerichtet, daß wir “zufällig” gerade unter die Dusche gingen, als er auch da war. Und den ersten Teil der Gerüchte sah man augenfällig bestätigt. Und es fanden sich “wie zufällig” noch mehr Besichtiger ein, vornehmlich Frauen, deren Blicke verstohlen in die gleiche Richtung gingen. Soweit so gut. Aber wie sollte man herausbekommen, ob auch der zweite Teil der Gerüchte stimmte?

Männer waren - von wenigen geschichtlichen Ausnahmen abgesehen - noch nie besonders gute Intriganten. Frauen hingegen ... Nein, wirklich, ich bin kein Macho, ober bemühe mich wenigstens, keiner zu sein. Aber gibt es denn außer dem “kleinen” Unterschied nicht noch viele, viele andere? Wären Frauen so wie wir, würden sie noch liebenswert sein?

Also, Regina ist eine Vollblutfrau, die bei mir offene Türen einlief mit der Andeutung, den zweiten Teil der Prophezeiung verifizieren zu wollen, zumal ich schon lange ein begehrliches Auge auf Heinrichs Grete geworfen hatte. Wir machten also einen Plan, wie wir es einrichten könnten, mit den beiden zusammen zu sein, bevor diese von den ungeheuren Anforderungen, die an sie gestellt wurden, total erschöpft sein würden - denn selbst “immer” ist irgendwie relativ.

Die beiden wollten bei uns übernachten, hatten aber kein Zimmer reserviert. Eigentlich waren alle Zimmer belegt, aber eins wurde frei. Psst...psst... niemand etwas sagen, andere hätten das Zimmer auch haben wollen. Nun mußte es gleich belegt werden und zwar so, daß niemand sonst hineinkonnte, also abschließen. Und nur aufzumachen, wenn w i r klopfen würden : 5 x kurz. Dann bemühten wir uns sehr, die übrigen Gäste schnell loszuwerden, was sonst durchaus nicht unsere Art ist. Und stürmten - 5x kurz geklopft und den Nachschlüssel benutzt - in das Zimmer, in dem die beiden fleißig zugange waren, als wären sie nicht schon den ganzen Abend fleißig zugange gewesen.

Es war herrlich und ging bis in den frühen Morgen. Die Vöglein zwitscherten schon von allen Bäumen, ich lag total erschöpft und ausgelaugt, platt wie eine Flunder mit Bauch, alle Viere von mir gestreckt neben den Dreien, die immer noch zugange waren, überhaupt nicht aufhören wollten. Und dieses kann ich aus eigener Anschauung bezeugen: Die Fama ist Wahrheit. Das war und ist der Mann, der immer kann. Jede Stunde einmal - mindestens. Von solcher Art muss der Lustgewinn gewesen sein, um dessentwillen Doktor Faustus seine Seele an den Teufel verkaufte. Das Gretchen ächzte und stöhnte, aber “Heinrich, mir graust’s vor Dir!” rufen hören habe ich sie n i c h t .

 

Negerküsse.

Alle neuen Gäste bekommen nicht nur die Hausordnung zu lesen, sie werden auch durchs Haus geführt. Alles Wichtige wird erklärt und - wenn das Paar zum ersten Mal in einem solchen Club ist - werden auch praktische Tips und Hinweise gegeben, wie sie an anderer Stelle dieses kleinen Büchleins ja schon erläutert sind. Manchmal setzt man sich dazu auch in eine Ecke und läßt sich Zeit mit dem Erklären, schließlich ist es für ein neues Paar sehr wichtig, sich gleich “zu Hause” zu fühlen. Auch ist es für uns sehr interessant, Kontakt mit neuen Paaren zu haben, so kann man die Spreu - sprich Prostituierte - sehr schnell vom Weizen trennen.

Eines Abends - noch in Bad Dürkheim - war ich gerade dabei, solche Erklärungen einem neuen Paar zu geben, als Regina ganz aufgeregt dazu kam und mir sagte, ich werde am Telefon verlangt. Es kommt schon mal vor, daß sie mich an den Apparat ruft, wenn Franzosen oder Engländer anrufen. Das war jedoch diesmal nicht der Fall. Vielmehr stand sie vor einem Dilemma, einer Entscheidung, die sie nicht allein treffen wollte.

Ein Paar war gekommen, das wir gut kannten und das brachte einen zweiten Mann mit. Im Normalfall ist das kein Thema: Es werden nur Paare eingelassen, der zweite Mann hat keinen Zutritt. Hier aber handelte es sich um einen auch noch gut aussehenden Neger, der Sam heißen soll - eigentlich heißt er natürlich anders. Als ich dazu kam, hatte er zusammen mit seinen Freunden am Eingang Platz genommen. Ich stellte mich vor und erklärte ihm, warum es nicht möglich sei, ihn an der Party teilnehmen zu lassen. Aber er könne gern noch einen Drink haben, bevor er leider wieder gehen müsse.

Einen weißen Mann hätten wir gar nicht erst zur Tür hereingelassen, wenn man das tut, werden manche Typen sehr insistent, man kriegt sie kaum wieder los. Sie werden in der Regel an der Tür abgefertigt, ggflls mit Prospekten versehen. Warum Regina hier instinktiv anders gehandelt hat, wurde uns eigentlich erst hinterher klar: Selbst Angehörige einer Minderheit können wir mit anderen fühlen, die - wenn auch aus anderen Gründen - ebenfalls diskriminiert werden. Ich bemühte mich daher sehr, ihm klarzumachen, daß sein Hinauswurf mit seiner Hautfarbe absolut nichts zu tun habe und daß er jederzeit mit einer Begleiterin bei uns wilkommen sei, nur eben nicht allein. Er nahm seinen Drink und zeigte Verständnis.

Kurz danach klingelte es wieder an der Tür und - wie das Leben manchmal so spielt - ein Mann stand da mit 2 Damen. Gegen eine Extra-Dame haben wir nichts, einfach deswegen, weil das sehr selten vorkommt. Wir haben im Prinzip auch nichts gegen einzelne Herren, nur - davon gibt es Unmengen, die den Club sofort überschwemmen würden, ließe man Ausnahmen zu. Jetzt aber ergab sich durch Zufall, daß die Zahl der Männer und Frauen gleich gewesen wäre - sollte Sam dableiben dürfen?

Regina und ich zogen uns zur Beratung zurück und kamen nach einiger Diskussion zu der Entscheidung: Er durfte bleiben, einmal sollten auch Fünfe gerade sein, einmal sollte seine schwarze Haut ihm auch mal einen Vorteil bringen. Er benahm sich korrekt, höflich und kultiviert, wir haben unsere Entscheidung nicht bereut.

Am Ende jener Party jedoch stellte mich ein Gast: “Wolfgang, mit dem Schwarzen hast Du Dich nicht korrekt verhalten. Nach Deinen eigenen Hausregeln hätte er nicht bleiben dürfen.” Das hat mich schon getroffen und ich wollte nun wissen, wie denn die anderen Gäste darüber dächten. Ich habe nicht nur an diesem Abend jeden Einzelnen gefragt, sondern auch an den folgenden Partys, an denen ich die Situation schilderte und um Kommentare bat. Das Ergebnis war hoch interessant: Von den Frauen fanden alle ohne Ausnahme mein Verhalten richtig, von den Männern kritisierte mich etwa die Hälfte.

Einige Wochen später - gerade hatte ich an der Bar diese story erzählt - als es klingelte und - wer kam? Sam erschien mit einer erotisch-schönen schwarzen Freundin zu seinem ersten “regulären” Besuch. Die Gäste und wir staunten nicht schlecht: gut gebaut mit “Holz vorm Haus”, dunkel, aber europäische Züge, die Haare mühevoll in unendlich viele kleine Zöpchen geflochten! Und die stumme Frage stand in allen Gesichtern geschrieben: Ist das der, von dem Du eben erzählt hast? Meine ebenso stumme Antwort war ein Kopfnicken.

Sam hat herzlich gelacht, als ich ihm später erzählte, daß er gerade in meine Beschreibung seines ersten Besuches hineinplatzte. Überhaupt hat er Humor, gehört er doch zu den wenigen Menschen, die sich nicht so furchtbar wichtig nehmen und noch über sich selbst lachen können.

Bei uns findet man Schalen mit Konfekt, Bonbons, Salzstangen, Nüssen usw. Wenn sonst nichts klappen sollte, hat man damit immer noch etwas zum “Vernaschen”. Manchmal gibt es auch sogenannte “Negerküsse”, die sicherlich jeder kennt. Eine sehr liebe und liebenswerte Dame ist auf diese abonniert und an diesem Abend hatten wir gerade keine. Sie fragte mich nach Negerküssen. In dem Moment, noch bevor ich antworten konnte, klingelte es an der Tür und herein kam Sam mit seiner schönen schwarzen Freundin.

Ich bin ein eher trockener Mensch, aber gelegentlich hat man auch mal seine Sternstunde: “Tut mir leid, ich habe heute keine Negferküsse, höchstens in Natur. Da kommen gerade zwei Neger hereinspaziert, frag’ sie mal, ob sie Dich küssen wollen!” Das Gelächter ringsum war homerisch und steigerte sich noch, als Sam - über meine Bemerkung aufgeklärt - spontan zu der lieben, liebenswerten Dame ging und sie küsste.

 

Der Brilli.

Auch Prominente haben durchaus gleiche Wünsche wie wir Unprominenten auch. Bekanntlich gibt es nicht sehr viele Abgeordnete des Bundestages (MdB) und auch eine begrenzte Zahl von Agbeordneten der jeweiligen Landtage (MdL). Um Skandal-Journalisten die Fahndung zu erschweren, möchte ich unseren Gast also Abgeordneter des Parlaments - kurz MdP - nennen, da kann man lange suchen, bis man einen findet, auf den die Beschreibung passt.

Unser MdP hat natürlich große Angst, erkannt und von seinen politischen Gegnern vorgeführt zu werden. Deswegen trägt er bei uns eine Brille aus Fensterglas und eine schwarze Perücke, kein Toupee, denn blonde Haare hat er noch. Eine Beschreibung seiner - eigenen!- Frau möchte ich unterlassen. Uns hat er sich anvertraut und darum gebeten, ihn zu warnen, falls Journalisten im Haus sind, was immer wieder vorkommt. Auf Grund des Vorfalls, um den es hier geht, hat er sich inzwischen anders getarnt.

Einige Gäste tragen sogenannten Intim-Schmuck. Der wird an den verschiedensten Stellen befestigt, beim Mann z.B. an den Hoden, bei der Frau an den Brustwarzen, an den äußeren Schamlippen, sogar an der Klitoris. Wir haben einmal eine Modenschau veranstaltet. Gäste zeigten ihren Schmuck und die Hersteller gaben dazu Erklärungen ab. Im allgemeinen muß zum Anbringen des Schmucks die Haut durchstochen werden, so wie bei Ohrringen. Es gibt auch andere Methoden, aus den USA kommt eine Mode, die Brustwarze mit einem dünnen Faden - nach Art eines Lassos - einzufangen. Mitunter bleibt auch ein Metallbügel in der Haut, an den dann jeweils ein anderer Schmuck angeschraubt werden kann.

Es wird berichtet, daß je nach Art der Anbringung die sexuelle Lust damit gesteigert werden kann - auf jeden Fall ist solch ein Schmuck, wenn er gut gemacht ist, ein Anziehungspunkt. Wenn man es nicht weiß und plötzlich etwas Hartes im Mund hat, kann das im ersten Moment ein ganz schöner Schreck sein, bis sich das Rätsel löst. Unser MdP gehört zu den beliebten Männern, die gern mal eine Frau “verwöhnen”. Und die er an diesem Abend erwischt hatte, hatte als Intimschmuck an den äußeren Schamlippen zwei kleine Brillianten befestigt. Offenbar hat er die Gute ein wenig zu heftig verwöhnt mit der Folge, daß Sie ihn an den Haaren packte und wegstoßen wollte. Nur hatte sie statt des Kopfes die Perücke in der Hand und war erstmal platt. Dann griff sie in seine richtigen Haare und schob ihn fort und dabei muß es dann geschehen sein. Als sie sich nach “Wunden” abtastete, schrie sie: “Mein Brili ist weg!” Einer war noch da, aber der andere eben nicht. Da sie außerdem auch noch mit der Perücke in der Hand herumwedelte, war das schon eine irre Situation.

Wo konnte der Brilli sein? Nach allem musste unser MdP ihn verschluckt haben. Suche in den Polstern war vergeblich. Die anderen Gäste in der Mausefalle konnten die Sache natürlich nicht ignorieren, jegliche sexuelle Aktivität war erstorben oder besser erschrumpft. Peinlich, peinlich. Es kamen freundliche Ratschläge: “Wenn Du das nächste mal auf den Lokus gehst ...” Dies schien die einzige Methode, den Brilli aus dem Bauch des MdP wieder herzuschaffen.

Bis dann einer auf die Idee kam, zu uns zu kommen und um eine Taschenlampe zu bitten. “Wozu?” “Jemand hat seinen Brilli verloren, vielleicht ist er ja unter den Matratzen”. Nun verliert dauernd jemand bei uns was, den Schrankschlüssel, die Uhr, Schuhe, Höschen usw usw und wir stören nicht gern alle anderen, die im Raum sind, indem man anfängt, die Matratzen hochzuheben und zu suchen. Bei diesem Sachverhalt machten wir eine Ausnahme, in der Mausefalle wurde ohnehin nicht mehr gemaust.

Alles sorgfältigst abgesucht - und siehe da, der kleine Brilliant fand sich in einer weit entfernten Ecke wieder. Wie er dahin kam, ist bis heute ein ungelöstes Rätsel und Gegenstand von Spekulationen.

P r o m i n e n t e : Immer wieder mal gibt es Prominente im Maihof. Mal ist es ein ganz bekannter Geschäftsmann, mal ein Künstler, mal ein Politiker, mal sonstwer. Sagte eine Dame, deren Konterfei in allen Gazetten zu sehen war: “Manchmal habe ich das Gefühl, als würde ich hier Spießruten-Laufen. Manche Leute starren ganz unverschämt.” Das ist nun mal der Lohn der Berühmtheit. Aber ich möchte meine Gäste doch auch loben. In einem ganz bestimmten Fall wäre es einem sehr verärgerten, ganz bestimmten Boulevard-Blatt sicherlich ein paar Tausender Wert gewesen, Näheres über eine bestimmte Person in Verbindung mit dem Maihof zu erfahren. Das hätte eine absolut passende Schlagzeile gegeben. Alle wußten es - niemand muckste sich.

Auch weniger Prominente möchten lieber nur wenig in Erscheinung treten. Nicht nur, aber auch für diesen Zweck haben wir im Maihof einen Teil des “alten Hauses” aus dem Jahre 1712 unter weitgehender Verwendung der alten Bausubstanz zu einem Schatzkästlein umgebaut. Es handelt sich um eine Suite, bestehend aus einem Vorraum, einem Wohnzimmer, einem Schlafzimmer und einem Wohnbad. Erlesene Teppiche und Hölzer, ein offener Kamin, Video in 3 Räumen, 3 Musik-Programme, Whirl-Pool - alles vom Feinsten. Über diese Suite gibt es begeisterte Kommentare. Sie eignet sich vorzüglich, einen “Club im Club” zu bilden, indem man sich dahin einlädt, wen man will. Man ist abgeschlossen und unter sich. Diese Suite kann man übrigens auch mieten, wenn der Maihof sonst geschlossen ist.

 

Glitzersternchen.

Im Maihof spricht man sich nur mit den Vornamen an. Auf diese Weise gibt es viele Wolfgangs, Reginas usw., die fast unmöglich zu unterscheiden sind. Da helfen wir uns mit zusätzlichen Bezeichnungen, die Regina und ich allerdings nur unter uns benutzen, wenn einer dem anderen klarmachen will, wer gemeint ist. Z.B. Helgas: Däs Helga (kommt aus dem Saarland, da spricht man so), die schöne Helga, die Fallschirm-Helga (Fallschirmspringerin), die Busen-Helga (Super-Busen), die Helga vom Klaus usw.

Eine Dame heißt unter uns “Glitzersternchen”, und das kam so:

Frauen haben immer Kleiderwünsche und sie finden auch immer einen Anlass, warum sie gerade jetzt ein neues Kleid brauchen. Die einfachste und logischste Begründung: “Wolfgang, ich kann doch an Deinem Geburtstag nicht mit einem alten Kleid herumlaufen, dann meinen die Leute, Du wärst geizig.” So auch an diesem 6. Dezember, dem Tag des Nikolaus. Da würde ich wieder meinen roten Weihnachtskittel vom Vorjahr anziehen mit Kapuze darüber - weißen Bart brauche ich nicht, habe ihn selber. Aber Regina, meine gute und geliebte Regina, was sollte die Arme anziehen? Ein weißes Kleid musste her, schließlich sollte sie ja als Christkind mich begleiten. Und ein Christkind muss auch angezogen sein wie ein Christkind! Es gab da zwar noch ein ganz vorzüglich geeignetes Kleid vom Vorjahr - aber das kam überhaupt nicht in Frage, das war viel zu kurz? oder eng? oder irgendwas - es ist mir entfallen.

Also sind wir los, ein Kleid zu kaufen. Dabei waren wir durchaus knapp bei Kasse und außerdem sah ich überhaupt nicht ein, warum ein neues Kleid her sollte. Ich beschloss also, den Kauf zu sabotieren. Wir waren in 3 Geschäften und kein Kleid passte. Hier meine Kommentare: Drückt Deinen Busen platt - viel zu lang - macht Dich alt - unmöglich - betont Deinen Bauch - und was mir sonst noch so alles einfiel.

Schließlich waren wir in einem ganz feinen Haus gelandet. “Wozu brauchen Sie es denn?” “Ich soll heute Abend das Christkind spielen.” “Ah! Sie sind beim Theater! Sowas ähnliches hatte ich mir schon gedacht.” Wie glatt das Regina runterging! “Nein, nicht direkt, aber eine Laienaufführung”, zog sie sich aus der Schlinge. Die Verkäuferin, eine attraktive Dame um die 30, schleppte Kleid um Kleid an und immer, wenn sie um die Ecke kam, glitzerte es. Auf einem feinen Jersey-Pullover hatte sie nämlich einen großen Stern aus glitzernden Pailletten und Steinen, die im hellen Licht des Ladens funkelten.

Und dann brachte sie ein Kleid, das mir wirklich gefiel. Es schien das Einzige zu sein, jedenfalls hing nur dieses von der Sorte im Regal. Es wäre genau richtig für unseren Zweck gewesen, nur zum Glück ein wenig zu weit. “Schade”, sagte ich unvorsichtigerweise, “das wäre genau richtig. Nur leider zu groß.” “Oh, wir haben es auch noch kleiner”, kam prompt die Antwort von “Glitzersternchen”, so hatte ich die Verkäuferin schon getauft. Und wirklich holte sie aus einem anderen Schrank das gleiche Kleid eine Nummer kleiner. Es passte wie angegossen, für unseren Zweck ideal, nur viel zu teuer. Ich hatte mich in eine unmögliche Situation manövriert, Regina sah mich mit Unschuldsmine an. So haben wir den letzten Euroscheck ausgefüllt, noch Bargeld dazugelegt - der geplante Einkauf für das Buffet fiel an diesem Tage mager aus. Aber Regina hatte ihr Kleid und war selig.

Zu vorgerückter Stunde - ich hatte meinen Sack mit den kleinen Nikolaus-Gaben schon auf dem Buckel, als es schellte. Tür auf und vor uns stand Glitzersternchen mit ihrem Mann.

Verblüfftes Staunen auf beiden Seiten. “Jetzt weiß ich, wofür Sie das Kleid brauchten!” platzte es aus ihr heraus. Die Situation fanden wir so komisch, daß wir uns gebogen haben vor Lachen. Und den Pullover mit dem Glitzerstern hatte sie auch an.

Liebes Glitzersternchen! Diese Geschichte kann man nur so erzählen, daß Du Dich darin wiedererkennst. Aber außer uns Vieren weiß es ja niemand. Sei mir nicht böse!

 

Der Junggeselle.

Ca. 80 % der Paare, die zu uns kommen, sind verheiratet, und zwar miteinander, was bemerkenswert ist. So ganz genau wissen wir das allerdings nicht, denn wir verlangen an der Haustür nicht die Vorlage eines Trauscheins. Doch gibt es viele Anzeichen, aus denen man darauf schließen kann, ob ein Paar zusammenwohnt oder nicht.

Die Zusammensetzung der restlichen Paare ist sehr verschieden, darunter gibt es auch einige Hagestolze, die partout nicht heiraten wollen und mit ihrer Freundin kommen. Von einem dieser Hagestolze soll hier Rede sein. Mittelgroßer, athletischer Typ, blond mit tiefblauen Augen, erfolgreicher Manager, so würde man ihn einschätzen.

Seine Freundin? Da eben liegt der Haken. Er hat nicht eine, sondern immer wieder eine für 1 Jahr, manchmal auch länger, dann wechselt er das Modell. Wobei ich gar nicht einmal glaube, daß das an ihm liegt, vielmehr daran, daß alle seine bisherigen Freundinnen ihn offenbar heiraten wollten - und da ist bei ihm die Schallgrenze. Die folgende Bemerkung stammt nicht von ihm - dafür ist er zu feinfühlig - könnte aber auf ihn passen:” Warum gleich eine ganze Kuh kaufen, wenn man nur ab und zu ein Glas Milch trinken will?” Die er gegenwärtig hat, ist ganz besonders verliebt in ihn, man darf annehmen, daß auch sie ihn gerne heiraten möchte. Und so wird er uns wohl in absehbarer Zeit wieder eine neue Freundin vorstellen.

Wir hatten keine Ahnung, was er von Beruf war, noch wo er wohnte, denn wir fragen nie danach. Eines Tages erzählte ich eine kleine Geschichte an der Bar. Folgendes war passiert:

Ein privater Radio-Sender hatte zu einer Präsentation eingeladen. Bei diesem Sender machten wir intensive Werbung, vor allem, um herauszukriegen, ob Radio-Werbung sich überhaupt für uns lohnt. Es sollten verschiedene Leute kurze Vorträge halten, u.a. auch ein Direktor einer sehr bekannten Werbefirma. Es gab ein Buffet, das Regina und ich fachmännisch und kritisch begutachteten - unseres ist wesentlich besser, nur dieses war gekonnter dargebracht: Magere 6 Scheiben Lachs auf einer Riesenplatte und viel Firlefanz drumherum. Aber ich schweife ab.

Die Firma hatte ihre Mitarbeiter auf die verschiedenen Tische verteilt, um auf diese Weise persönlichen Kontakt zu ihren Kunden zu bekommen. Zufällig saß an unserem Tisch der Programm-Direktor, der sich leutselig mit uns unterhielt. Irgendwie kam das Gespräch auf die Zusammensetzung der werbenden Firmen und der gute Programm-Direktor ließ einen Bolzen los: “Sie werden staunen, aber wir sind ganz freizüg. So gehört zu unseren Kunden auch ein Puff.” Nun hatte ich diesen Sender im Auto-Radio immer eingeschaltet und wusste daher, daß außer uns dort niemand Werbung trieb, der mit Sex etwas zu tun hatte. Also hakte ich nach und es kam heraus, daß der Maihof gemeint war! Wir haben dem guten Mann dann den Vorläufer dieses Büchleins zugesandt, um ihn aufzuklären. Er hat sich sehr entschuldigt. Aber ich schweife schon wieder ab.

Der Direktor der Werbeagentur hielt einen